Kein Ort ohne Dich

usaKein Ort ohne Dich (2015)
Originaltitel: The Longest Ride

B00WW3J0SQRegie: George Tillman Jr.
Drehbuch: Craig Bolotin
Produktion: Robert Teitel, Michele Imperato, Marty Bowen, u.v.a.
Musik: Mark Isham
Kamera: David Tattersall
Darsteller: Britt Robertson, Scott Eastwood, Jack Huston, Oona Chaplin, Alan Alda, Melissa Benoist, u.v.a.
Dauer: 139 Minuten
Romanvorlage: „Kein Ort ohne Dich“ von Nicholas Sparks

Inhaltsangabe:

Luke Collins (Scott Eastwood) ist Bullen-Reiter. Er zieht von Ort und zu Ort, um an den Wettkämpfen teilzunehmen. Bei einer solchen Veranstaltung lernt er Sophia Danko (Britt Robertson) kennen. Sie fühlen sich gleich zueinander hingezogen und er wirbt zart um sie. Nach einem gemeinsamen Picknick bemerken sie auf der Rückfahrt ein verunglücktes Auto am Straßenrand.

Sie können Ira Levinson (Alan Alda) retten und bringen ihn zum nächstgelegenen Krankenhaus. Sophia rettete aus dem Auto eine Kiste, vollgepackt mit Briefen. Sie bringt Ira die Kiste, da sie spürt, das sie besonders wertvoll für ihn sein können. Ira ist eigentlich ein Griesgram, doch als Sophia beginnt, ihm aus den Briefen vorzulesen, reist er gedanklich zurück in eine Zeit, wo er die Liebe seines Lebens kennen lernte: Ruth (Oona Chaplin).

Ruth war gerade aus Europa vor dem Nationalsozialismus geflohen und versuchte in der kleinen Gemeinde Fuß zu fassen. Ira (Jack Huston) verliebte sich sofort in sie, traute sich aber nicht, um sie werben. Als er seine Schüchternheit überwinden konnte, verlebten sie eine schöne gemeinsame Zeit. Doch dann kam der Krieg und er wurde eingezogen. Aus dem Einsatz kam er jedoch nicht unverletzt wieder und die Beziehung zwischen Ira und Ruth wurde auf eine harte Probe gestellt – die ihr ganzes Leben beeinflusste.

Während Sophia Ira immer wieder besucht (erst im Krankenhaus, dann später bei ihm zu Hause), beginnt sie mit Luke eine ernsthafte Beziehung, obwohl sie so unterschiedlich sind. Sie ist an Kunst interessiert und hat bereits eine Praktikumsstelle in New York. Luke hingegen ist ein waschechter Cowboy, der nur eines will: Die Farm seiner Mutter retten.

Mein Fazit:

Ich habe das Buch damals auch regelrecht verschlungen. Das Buch zeichnete sich allerdings durch eine gewisse Vorhersebarkeit aus. Man konnte sehr schnell ahnen, was dort passieren würde. Bei dem Film war es Gott sei Dank ein wenig anders.

Der Film beginnt mit dem Bullenreiten! Acht Sekunden müssen die Reiter auf einem widerspenstigen und sich wehrenden Bullen aushalten, ehe sie mit vollen Punktzahlen die Arena verlassen dürfen. Doch diese Sportart ist auch sehr gefährlich. Luke Collins erklärte es Sophia einmal: Es ist nicht die Frage, ob man verletzt wird, sondern nur wann! Ja, das kann ich mir sehr gut vorstellen. Luke Collins wurde vor einiger Zeit von einem ganz besonderen gefährlichen Tier ziemlich stark verletzt, so das die Ärzte ihm schon damals davon abrieten, weiter zu reiten. Doch die Farm seiner Mutter steht am finanziellen Ruin und er will, das sie dort bleiben kann. Nur durch das Bullenreiten kann er seinen finanziellen Teil dazu beitragen.

Die süße Sophia studiert noch am College Kunstgeschichte und möchte auch in diesem Bereich später arbeiten. Aber South Carolina hat ihr da wirklich kaum was zu bieten. So möchte sie nach dem Studium in New York ein Praktikum absolvieren. Da dies in zwei Monaten beginnen sollte, zögerte sie erst, auf Lukes Werben einzugehen. Trotz der großen Unterschiede jedoch kann sich eine zarte Liebe entwickeln, die auf eine harte Probe gestellt wird, als sie erfährt, welches Risiko Luke mit dem Turnier eingeht.

Und dann ist da noch Ira mit seiner Lebensgeschichte. Ruth ist bereits schon lange tod und eigentlich ist Ira schon lebensmüde. Durch Sophia, die ihm die Briefe vorliest, kann er noch einmal alles Revue passieren lassen und kann ihr so die eine oder andere Weisheit mit auf den Weg geben. Und dann hat er ja noch die große Kunst-Sammlung, die er unter die Menschen bringen muss.

Ja, die Atmosphäre vom Buch wurde sehr gut eingefangen. Natürlich gibt es erhebliche Unterschiede zwischen Buch und Film, aber ich finde es trotzdem gut gemacht. Die wesentlichen Aspekte, nämlich die Liebesgeschichte um Ruth und Ira, wurde gut umgesetzt. Eigentlich erinnert er sich im verunglückten Auto an die gemeinsame Zeit zurück. Im Film wurde es mit den Briefen überbrückt, offensichtlich gestaltete es sich als schwierig, das filmisch umzusetzen.

Scott Eastwood kommt schon sehr nach seinem Vater. Im seitlichen Profil ist der Vater sehr deutlich im Gesicht seines Sohnes zu erkennen, erst Recht, wenn er Cowboy-Hut aufhat. Inwiefern Scott aus den Fußstapfen seines Vaters austreten will, weiß ich nicht. Mit diesem Film ist es ihm nämlich nicht gelungen. Sein Schauspiel-Talent ist ihm allerdings nicht abzusprechen und ich hoffe, man kann ihn noch öfter auf der Kinoleinwand sehen. Ein Hingucker ist er alle Mal. Seine Schauspiel-Patnerin Britt Robertson hingegen ist für mich ein ungeschriebenes Blatt und sie hat auf mich auch nicht sonderlich beeindruckend gewirkt. Alan Alda hingegen hat seine Rolle toll gespielt, wie auch alle anderen Darsteller.

Der Film ist kein Blockbuster, aber dennoch eine schöne Geschichte mit leisen Tönen und berauschenden Szenen in der Rodeo-Arena. Mir hat er gefallen und ich fühlte mich sehr gut unterhalten. 80% ist er mir wert und ich finde, man kann ihn sich wieder ansehen.

Veröffentlicht am 21.09.15!

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