Kass Morgan: Heimkehr

3453270711Kass Morgan: Heimkehr

Originaltitel: The Homecoming (2015)
übersetzt von Michael Pfingstl
Verlag: Heyne Verlag
Seitenanzahl: 320 Seiten
ISBN-10: 3453270711
ISBN-13: 978-3453270718
Dies ist der 3. Teil der Die 100-Reihe.

Inhaltsangabe:

Die Kolonie geht ihrem Ende entgegen und vier Transporter haben es auf die Erde geschafft – mehr oder weniger. Die knapp 100 Jugendlichen sind nun damit beschäftigt, die Verletzten zu versorgen und die Toten zu bergen. Sie heißen die neuen Kolonisten willkommen, doch kaum ist Vizekanzler Rhodes von seinen leichten Verletzungen genesen, übernimmt er das Regiment.

Die 100 hatten sich in den letzten Wochen zusammen gerauft und mit Gemeinschaftssinn, Kameradschaftlichkeit und Willensstärke jede erdenkliche Schwierigkeit gemeistert. Doch Rhodes sieht diese enorme Leistung nicht und will als erstes Bellamy festsetzen, der wegen Mord-Versuch an Kanzler Jaha seiner bisherigen Strafe entgangen ist, da er ja unerlaubt mit seiner Schwester Octavia auf die Erde geflohen ist.

Rhodes will die Gesetze der Kolonie auf der Erde weiter durchsetzen und ist dabei ebenso kalt wie brutal. Doch er rechnet nicht mit zwei Dingen: 1. Der Entschlossenheit der Jugendlichen, sich die erkämpfte Freiheit nicht mehr nehmen zu lassen. 2. Und dann sind da noch die gewalttätigen Erdgeborenen, von denen Rhodes nichts wissen will, die aber der gesamten Gruppe das Leben schwer machen können.

Wird Rhodes dennoch ein Einsehen haben? Schwer vorstellbar, dass er Macht abgeben will …

Mein Fazit:

Der finale Teil dieser Buch-Reihe ist endlich gekommen und nach dem ich Band 1 und 2 nicht unbedingt zu 100% gut fand, ist der Autorin mit diesem Band ein würdiger Abschluss gelungen.

Er knüpft nahtlos am zweiten Teil an, wo am Ende die Transporter zur Erde unterwegs waren, mit ihnen auch Glass und Luke. Den enormen Crash haben einige – leider nicht alle – überlebt. Die Verletzungen sind teilweise schon recht schwer und Clarke hat Hände voll zu tun. Ihr Können als angehende Ärztin muss sie immer wieder unter Beweis stellen. Nebenher denkt sie noch an Bellamy und Wells. Die drei sind die Führungskräfte des Lagers, zu denen alle aufsehen und achten. Jeder hilft, wo er nur kann und gibt dabei sein Bestes.

Doch es gibt sehr schnell Spannungen. Bellamy fürchtet sich vor den Gardisten, die ihn schon sehr bald finden, um ihm seiner gerechten Strafe zuzuführen. Rhodes übt seine Macht als Kanzler mit Drohungen und Schrecken aus und missachtet selbst kleinste Hinweise von den Jugendlichen, die auf eventuelle Gefahren hindeuten können. Er macht sich sogar noch lustig darüber.

Auch die Siedlung der Erdgeborenen wird mit Rhodes Kaltblütigkeit und Engstirnigkeit konfrontiert, aber sie halten an ihrer friedlichen Philosophie fest. Es kommt zum ultimativen Kampf, der nicht nur über das Leben der 100 Jugendlichen entscheidet, sondern allen anderen auch.

Ganz allmählich hat die Autorin die Geschichte zu einem sogenannten Showdown geführt. Man fragt sich am Anfang, wohin es führen könnte. Aber ab der Hälfte wird ziemlich schnell klar, dass Rhodes alle herausfordert – bewusst und unbewusst. Die bisher angewandte Praxis der gelegentlichen Rückblicke kommt auch in diesem Band vor, aber nur noch wenig. Luke und Glass sind nun auch auf der Erde gelandet, aber diesen Erzählstrang habe ich nicht so wirklich verstanden, warum die Autorin das gemacht hat. Der Spannung wegen? Um dem Leser zu verdeutlichen, welche Gefahren die Menschen ohne Zivilisation ausgesetzt sind? Das wurde mir auch durch die Vorgänger-Bände schon deutlich, daher ist es mir nicht schlüssig, warum sie mit Luke und Glass noch mal einen eigenen dramatischen Erzähl-Strang kreierte.

Die Entwicklung der Jugendlichen, die sie auf der Erde vollzogen haben, wird hier sehr deutlich. Sie mussten lernen, dass jeder seine Aufgaben zu erledigen hat, damit das „gesamte System“ funktioniert. Dabei erleben sie so etwas wie Gemeinschaftssinn, Freude über die geleistete Arbeit und fröhliches Beisammensein in den Abendstunden. Auf der Raumstation war jeder eher mit sich selbst beschäftigt und niemand interessierte sich für die anderen. Im Lager wandelte sich die Einstellung der Menschen grundlegend und das wird deutlich von der Autorin hervorgehoben. In den Vorgänger-Bänden war es nicht so klar, wie ich mich erinnere.

Ich wurde mit diesem Buch versöhnt und trotz der einen oder anderen Kleinigkeit vergebe ich gerne fünf Sterne mit einer klaren Lese-Empfehlung.

Veröffentlicht am 21.05.16!

image_pdf

2 Gedanken zu „Kass Morgan: Heimkehr

  1. Interessante Rezi, da bekomme ich persönlich auch noch Lust auf den dritten Teil. Ich bin allerdings eher ein Fan der gleichnamigen TV-Serie, deren tolles Staffelfinale von Season 3 gerade im amerikanischen TV lief. 2017 gehts dann in die vierte Runde.

    • Guten Morgen. Also wir hängen ja immer noch an der zweiten Staffel fest. Die TV-Serie packt uns beide nicht so richtig … LG Elke 🙂

Einen Penny für Ihre Gedanken ...