Jenny Colgan: Die kleine Bäckerei am Strandweg

3833310537Jenny Colgan: Die kleine Bäckerei am Strandweg

Originaltitel: The Little Beach Street Bakery (2015)
übersetzt von Sonja Hagemann
Verlag: Berlin Verlag Taschenbuch
Seitenanzahl: 496 Seiten
ISBN-10: 3833310537
ISBN-13: 978-3833310539

Inhaltsangabe:

Polly und Chris konnten ihr kleines Unternehmen nicht retten. Während er sich in Selbstmitleid suhlt und zurück zu seiner Mutter zieht, ergreift Polly kurzerhand die Flucht und findet eine kleine billige Bruchbude auf der Insel Polbearne, die vor der südlichen Küste von Cornwall liegt.

Polly erkennt gleich, dass ihre Wohnung über einer alten Bäckerei liegt, die jedoch mehr schlecht als recht den stürmischen Bedingungen der Küste stand hält. Trotzdem kann sie dort ihr Brot backen, denn das macht sie leidenschaftlich gern. Es gesellt sich noch ein kleiner verletzter Papageientaucher zu ihr, den sie Neil tauft. Und auch die Fischer im Hafen sind ihr durchaus zugetan. Allerdings nicht die einheimische Bäckerin: Mrs. Manse. Mrs. Manse verkauft seit Jahrzehnten das Brot, doch um sich die Arbeit zu erleichtern, bestellt sie ihr Brot vom Festland, welches an Qualität etwas zu wünschen übrig lässt. Leider ist die alte Bäckerin auch Pollys Vermieterin und so kaufen die Einheimischen heimlich das gebackene Brot bei Polly, um die alte Dame nicht zu erzürnen. Denn für alle steht sofort fest: Pollys Brot schmeckt einfach lecker!

Schnell hat Polly auch erkannt, dass die Insel Polbearne zu viele Männer hat. Und gleich zwei scheinen einen Auge auf sie geworfen zu haben: Der kernige Fischer Tarnie und der eher ruhigere Huckle, der aus Amerika stammt und offensichtlich ein gebrochenes Herz kitten möchte. Nach der langen Beziehung mit Chris hat Polly schlichtweg verlernt, wie man in Herzensdingen vorgeht und so bringt ein furchterregender Sturm und ein großes Missverständnis ihr Herz durcheinander.

Mein Fazit:

Natürlich möchte ich mich erstmal beim Berlin Verlag für das Rezensions-Exemplar bedanken. Das Cover und die Kurzbeschreibung haben mich sehr ansprochen, daher habe ich gerne zugesagt.

Aber wie das so ist, hat man da natürlich auch ein paar Erwartungen. Und da muss ich schon ehrlich gestehen, dass da meine Erwartungen wohl zu hoch geschraubt waren. Polly ist durchaus sympathisch und ihre Sehnsucht nach etwas Ruhe ist ebenfalls verständlich. Sie hat lange um das Unternehmen und um ihren Freund gekämpft. Aber Chris konnte sich selbst und auch ihr lange nicht eingestehen, dass er die Zeichen der Zeit nicht erkannt und daher das gemeinsame Unternehmen an die Wand gefahren hat. Als die Bank die Insolvenz-Verwalter schickt, ist für beide klar, dass ihr gemeinsamer Weg ein Ende gefunden hat. Da Polly weder Job noch Geld hat, kann sie sich nur die kleine Bruchbude auf der Insel leisten. Trotz aller Bedenken ihrer Freundin Kerensa nimmt sie die Wohnung und versucht sich ein neues Leben aufzubauen, was ihr auch gut gelingt. Ihre Leidenschaft für das Brot ist ihr dabei eine sehr große Hilfe. Nicht nur, dass sie beim Kneten Stress abbauen kann. Auch den Einheimischen schmeckt ihr frisches Brot und so nimmt die Geschichte ihren Lauf, die größtenteils recht unterhaltsam ist, auch wenn einige Strecken etwas langatmig waren.

In Liebesdingen ist Polly allerdings nicht besonders talentiert. Und da kommt auch mein Kritik-Punkt zu der Geschichte. Es gibt zwei Männer, die um ihre Liebe kämpfen – mehr oder weniger. Aber in dem Buch wird es nicht so wirklich deutlich. Darauf wurde meiner Meinung nach viel zu wenig eingegangen. Umso überraschter war ich dann, als Polly in ein großes Gefühl-Chaos stürzte. Irgendwie wurde es da für mich etwas unglaubwürdig. Ich konnte Polly und Huckle ihre Gefühle da nicht wirklich abnehmen. Schade!

Ein weiterer Kritik-Punkt ist der reiche Reuben und für mich sehr oberflächliche Freundin Kerensa. Das ist so voller Klischees, dass es nur so triefte. Diese Abschnitte waren für mich leider nicht so schön zu lesen. Davon gab es nun auch nicht so viele. Aber ich fand sein Benehmen schon echt unangenehm und irgendwie konnte ich dem trotz allen nicht viel Gutes abgewinnen. Und in den Dialogen waren mir zu viele „Äh“s. Das erinnert mich so an einen großen deutschen Tennisspieler, wenn er Interviews gegeben hat.

Ansonsten fand ich die Erzählungen rund um die Menschen Polbearne recht amüsant und so machten sie das eine oder andere wieder wett. Jedoch sind nicht mehr wie drei Sterne drin und somit kann ich es auch nur bedingt empfehlen. Wirklich schade, aus dem Plott hätte man wirklich mehr machen können.

Anmerkung: Ich habe es als eBook gelesen.

Veröffentlicht am 01.06.15!

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