Love is all you need

Lesezeit: 3 Minuten

Love is all you need (2012)
Originaltitel: Den skaldede frisør

Regie: Susanne Bier
Drehbuch: Susanne Bier, Anders Thomas Jensen
Produktion: Charlotte Pedersen, Peter Nadermann, Sisse Graum Jørgensen, u.v.a.
Musik: Johan Söderqvist
Kamera: Morten Søborg
Darsteller: Pierce Brosnan, Trine Dyrholm, Sebastian Jessen, Molly Blixt Egelind, Paprika Steen, Kim Bodnia, u.v.a.
Dauer: 116 Minuten

Inhaltsangabe:

Das dänische junge Paar Astrid (Molly Blixt Egelind) und Patrick (Sebastian Jessen) wollen in Italien heiraten. Patricks Vater Philip (Pierce Brosnan) besitzt an der italienischen Küste ein Anwesen mit Zitronenbäumen.

Brautmutter Ida (Trine Dyrholm) ist sich nicht sicher, ob sie ihre Krebserkrankung überstanden hat. Doch mehr erschüttert sie, dass ihr Mann Leif (Kim Bodnia) sie mit der „Thilde aus der Buchhaltung“ betrügt und sich dabei in flagranti erwischen lässt. Sie reist allein zum Flughafen und kommt dabei dem griesgrämigen Philip in die Quere, dem seine Arbeit am wichtigsten ist. Seit dem Tod seiner Frau hat er sich in die Arbeit und in sich selbst zurückgezogen.

In Italien angekommen muss sich Ida nicht nur mit ihrem verlorenen Koffer herumschlagen, sondern auch mit der übereifrigen Benedikte (Paprika Steen), Patricks Tante mütterlicherseits. Schon seit damals hat sie ein Auge auf Philip geworfen, doch dieser hat aus Respekt vor seiner Frau und den Kindern bislang nichts gegen die aufdringlichen Avancen unternommen. Doch der Gipfel an Geschmacklosigkeit taucht in Thildes Person als Leifs Begleitung auf, die sich auch noch als seine Verlobte ausgibt.

Philip bewundert Idas Gleichmut und Nachsichtigkeit auf die Situation und kommt allmählich aus sich heraus. Die Hochzeitsgesellschaft vergrößert sich stetig und damit auch die Spannungen, denn nicht alles scheint so, wie es sein sollte und am Abend vor der Hochzeit kochen die Emotionen hoch.

Mein Fazit:

An einem ruhigen Samstagabend, wo ich mal keine Lust auf lesen hatte, stöberte ich bei einem Streaming Dienst nach einem passablen Film, um mir die Zeit zu vertreiben. Dieser Film stach mir ins Auge und als heimliche Pierce Brosnan-Bewunderin entschloss ich mich dazu, schließlich waren die vorhandenen Kritiken durchaus positiv.

Und ich wurde von dem Werk der dänischen Regisseurin und Drehbuchautorin positiv überrascht. Mit kleinem Budget von sechs Millionen Dollar gedreht wurde mir ein Film mit einem ganz besonderen Charme präsentiert. Italienische Musik, die ausgesprochen romantische Bilderbuchlandschaft und Darsteller, die erfrischend authentisch ihre Rollen ausfüllten, als wären sie diese Personen tatsächlich. Pierce Brosnan war die einzige mir bekannte Persönlichkeit. Und dieser wirkte überhaupt nicht abgehoben von den übrigen Figuren, sondern fügte sich harmonisch in das gesamte Bild ein. Sogar einen kleinen Bauchansatz hatte er, wunderbar, das wirkte so natürlich und echt. Aus dem griesgrämigen und immer leicht genervten Unternehmer wurde mit der Zeit ein freundlicher und den Menschen zugewandter Mann. Obwohl diese Wandlung vorherzusehen war, konnte er mich überzeugen.

Obwohl das Hauptthema eigentlich die Hochzeit ist, werden eher andere Bereiche angeschnitten, die anfangs eher unter der Oberfläche brodeln. Mit viel Gefühl brechen sie sich stetig mehr Bahn: Verlust, Trauer, unterdrückte Wut und unerwiderte Liebe, aber auch Hoffnung und schonungslose Ehrlichkeit werden hier in scheinbar leichter Atmosphäre behandelt. Dabei braucht sich kein Darsteller groß verstellen, so schien es mir. Es wirkt natürlich und authentisch, als wären es Bekannte, die ich persönlich kennen würde – quasi mitten aus dem Leben gegriffen.

Ein Film, der berührt und mich als Zuschauerin sehr gut unterhalten zurückließ, vielleicht auch etwas nachdenklich, aber sicher zufrieden. 95% vergebe ich für dieses Werk und kann es all jenen empfehlen, die gern auch den Geschichten hinter den Figuren lauschen.

Veröffentlicht am 17.08.17!

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