Das Versprechen

Lesezeit: 3 Minuten

Das Versprechen (2001)
Originaltitel: The Pledge

Regie: Sean Penn
Drehbuch: Jerzy Kromolowski, Mary Olson-Kromolowski
Produktion: Michael Fitzgerald, Sean Penn, Elie Samaha
Musik: Hans Zimmer, Klaus Badelt
Kamera: Chris Menges
Darsteller: Patricia Clarkson, Aaron Eckhart, Jack Nicholson, Robin Wright, Benicio Del Toro, Beau Daniels, u.v.a.
Dauer: 124 Minuten
Romanvorlage: „Das Versprechen“ von Friedrich Dürrenmatt

Inhaltsangabe:

Der Detective Jerry Black (Jack Nicholson) ist eigentlilch schon längst im Ruhestand. Aber am letzten Tag seines Polizeidienstes wird er zu einem brutalen Kindsmord gerufen. Den religiösen Eltern verspricht er bei seinem Seelenheil, das er den Mörder findet. Seine Kollegen Eric Pollack (Sam Shepard) und Stan Krolak (Aaron Eckhart) finden den geistig zurückgebliebenen Indianer Toby Jay Wadenah (Benicio del Toro), der zuletzt in der Nähe des Mädchens gesehen wurde. Er scheint die Tat begangen zu haben und kann einem Polizisten die Waffe entweden und erschießt sich in der Zelle selbst.

Die Polizei legt den Fall dennoch zu den Akten, fest davon überzeugt, den Mörder des Mädchen gefunden zu haben. Doch Jerry ist sich nicht ganz sicher. Obwohl seine Kollegen ihm eine Reise geschenkt haben, geht er in die Gegend, wo bereits mehrere Mädchen vermisst oder deren Tod noch ungeklärt sind. Er kann sich eine heruntergekommene Tankstelle kaufen und beginnt auf eigene Faust, Ermittlungen anzustellen.

Als der die alleinerziehende Lori (Robin Wright Penn) mit ihrer kleinen Tochter kennen lernt, kommt ihm die aberwitzige Idee, das Mädchen als eine Art Köder zu verwenden. Denn er glaubt, das der Mörder noch immer frei ist und er könnte schon bald erneut zuschlagen. Doch Jerry begibt sich auf eine gefährliche Reise, wo nicht nur er der Verlierer ist.

Mein Fazit:

Ein weiterer Film von Sean Penn. Ich habe ihn bereits als sehr feinfühligen Regisseur kennen gelernt und auch bei diesem Film spürt man deutlich, wie sensibel er an die Arbeit gegangen ist. Jack Nicholson als Jerry Black steht natürlich dabei im Vordergrund. Er ist abgehalftert, Kettenraucher und zweimal geschieden. Er hat nur seine Arbeit und seine Leidenschaft: Das Angeln. Und er sieht das Ehepaar, das am Boden zerstört ist bei der Nachricht, das die Tochter brutal ermordet wurde. Sein Ehrgefühl ist sehr stark in diesem Moment, aber er gibt das Versprechen nur aus Mitgefühl, nicht aus echter Überzeugung.

Die Überzeugung kommt erst auf, als er erkennt, das der geistig zurückgeblieben Toby nicht der Mörder sein kann. Erst dann entwickelt er das richtige Ehrgefühl und sieht auch, welche moralische Verpflichtung er auf sich genommen hat. Aber niemand glaubt ihm! Das treibt ihn schier in den Wahnsinn, aber er zeigt es nicht. Er verwandelt sich in einen tollen Freund und schlüpft vorübergehend in die Beschützerrolle der Tochter seiner Lebenspartnerin, sein kleiner Lockvogel. Obwohl er verwirrt und abgehalftert erscheint, so ist er dennoch als Freund und Beschützer glaubwürdig und die Liebe zum Kind berührte mich sehr.

Mich hat auch beeindruckt, das eben kein glanzvolles Amerika gezeigt wurde, sondern normale Menschen, die sozial eben nicht so gut gestellt, aber dennoch ehrliche und aufrichtige Menschen sind. Das verlieh dem Film Echtheit und Glaubwürdigkeit. Und auch das Ende liegt so nahe. Als Zuschauer versteht man natürlich, warum es so ist. Aber nur eben der Zuschauer und Jerry Black selbst, und niemand anders.

Ein Film, den man nicht so schnell vergißt und der es wert ist, das man ihn weiter empfiehlt. 95% von mir!

Anmerkung: Die Rezension stammt vom 01.11.2008.

Veröffentlicht am 27.11.17!

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