Marie Jansen: Als wir Schwestern waren

Marie Jansen: Als wir Schwestern waren

erschienen 2016
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag
Seitenanzahl: 384 Seiten
ISBN-10: 3734100070
ISBN-13: 978-3734100079

Inhaltsangabe:

Simone Berger, Auktionsagentin, bekommt den geheimnisvollen Auftrag, in Hamburg zwei Koffer und einen Sattel zu ersteigern. Da es finanziell gerade nicht so rund läuft, nimmt sie den Auftrag an, obwohl es Streit mit ihrem Lebenspartner Jens gibt.

Zurück in Berlin werden die ersteigerten Gegenstände geliefert und sie findet Tagebücher und (teilweise noch ungeöffnete) Briefe aus der Zeit des Ersten Weltkriegs. Obwohl sie durchaus die Privatsphäre ihrer Auftraggeberin schätzt, ist die Neugier größer und sie beginnt zu lesen:

1916, Hamburg: Der Krieg hält das Land in Atem. Die Schwestern Elisabeth und Viviane Berentsch wachsen behütet auf. Die Ältere, Elisabeth, ist durch einen Unfall leicht entstellt, daher versuchen die Eltern die jüngere Viviane unter die Haube zu bringen. Doch diese hat sich in einen Zirkusartisten verliebt und brennt mit ihm durch.

Gerade hat Elisabeth eine Vernunftsehe geschlossen, als plötzlich ein Baby auf ihrer Schwelle liegt. Da sie in der Ehe keine Kinder bekommen kann, sieht sie ihre Chance, doch noch eine Familie zu werden. Diese Entscheidung hat jedoch Folgen, die bis in die Gegenwart reichen.

Mein Fazit:

Dieses Buch stand leider viel zu lange in meinem Regal, wenn ich bedenke, wie sehr es mich bewegt und beschäftigt hat! Ich nahm es am Sonntagmittag in die Hand und hatte es am Abend durch!

Simone Berger stammt eigentlich aus Hamburg. Doch nach dem Tod ihres Vaters zog die Mutter mit der kleinen Simone nach Berlin. Als Erwachsene hat sie sich als zuverlässige Auktionsagentin einen Namen gemacht. Mit ihrem Lebenspartner Jens, ein erfolgloser Galerist, läuft es gerade nicht sehr gut, zumal er zum Einkommen nicht viel beiträgt. Als sie den geheimnisvollen Auftrag zur Privatauktion in Hamburg bekommt, ahnt sich nicht, dass dieser Auftrag ihr Leben für immer verändern wird. Denn was 1916 mit Lügen und Geheimnissen begann, setzte sich bis in die Gegenwart fort.

Simone ist eine sympathische Figur, die durchaus selbstkritisch mit sich umgeht. Während der Geschichte um diese Briefe und Tagebücher lernt sie viele Menschen kennen. Sie reist nicht nur nach Hamburg, sondern auch nach Frankreich und versucht nebenbei auch noch ihre Beziehung zu retten. Das allerdings fällt ihr zunehmend schwer, denn natürlich taucht da noch ein attraktiver Franzose auf, der sich kaum zurückhalten kann, um sie zu werben. Ich konnte ihre Gedanken und Handlungen gut nachvollziehen, war da ganz bei ihr und fühlte auch mit ihr, was um sie herum passierte!

Die Figuren aus der Vergangenheit sind jedoch nicht weniger interessant. Zwei so unterschiedliche Schwestern, dessen Lebenswege genauso verschieden sind. Und doch gibt es immer wieder Bande, die sie verbindet und eint. Die Zeit der Kriege wird gut beschrieben, ich konnte mich gut in die ganze Kulisse hineinversetzen und auch die unterschwelligen Spannungen zwischen den Akteuren nachvollziehen.

Was sich erst am Ende zeigt, deutete sich lange vorher schon an, aber ich fand nicht den richtigen „Haken“. Was hatte Simone Berger mit der ganzen Geschichte zu tun? Warum wurde ausgerechnet sie ausgewählt, die Koffer und den Sattel zu ersteigern? Die Auflösung wirkte auf mich glaubhaft und keinesfalls kitschig, im Gegenteil, das hat mich sehr berührt!

Langer Rede, kurzer Sinn: Der Roman hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Zirkus-Atmosphäre, harte Kriegswinter und Kinder der Liebe … es ist alles drin, was ein Roman braucht. Ich fühlte mich sehr gut unterhalten und daher bekommt der Roman fünf überzeugte Sterne mit einer klaren Lese-Empfehlung!

Veröffentlicht am 19.01.18!

image_pdf

2 Gedanken zu „Marie Jansen: Als wir Schwestern waren“

    1. Hallo Martina,

      vielen Dank für Dein Besuch und Kommentar!

      Nein, leider habe ich das zweite Buch der Autorin noch nicht gelesen. Aber ich setze es auf die Wunschliste! Wenn das zweite Buch auch nur annähernd so gut ist wie das Erste, lohnt es sich auf jeden Fall. Eine sehr schöne Geschichte und wirklich spannend geschrieben 🙂

      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende, Elke!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.