Der talentierte Mr. Ripley

Der talentierte Mr. Ripley Book Cover Der talentierte Mr. Ripley
1999
Krimi/ Thriller
The Talented Mr. Ripley
139 Minuten
USA
Anthony Minghella
Anthony Minghella
Matt Damon, Gwyneth Paltrow, Jude Law, u.v.a.
08.06.2010
"Der talentierte Mr. Ripley" von Patricia Highsmith

Inhaltsangabe:

50er Jahre: Tom Ripley (Matt Damon), homosexuell, unscheinbar und hält sich mit Gelegenheitsjob über Wasser, bekommt vom Großindustriellen Greenleaf den Auftrag, seinen Sohn Dickie (Jude Law) aus Italien nach Hause zu holen. Dafür bekommt er 1.000 Dollar.

Tom fliegt auch tatsächlich nach Italien. Aber kaum lernt er Dickie kennen, ist er von seinem unbeschwerten Charme fasziniert und denkt gar nicht mehr daran, ihn nach Hause zu bringen. Er nutzt Mr. Greenleafs Großzügigkeit aus, um mit Dickie und seiner Verlobten Marge Sherwood (Gwyneth Paltrow) zusammen zu sein und schöne Tage in Italien zu verbringen.

Tom ist begeistert von Dickies Lebenseinstellung und verliebt sich in ihn. Als sie einen gemeinsamen Bootsausflug machen und Tom den Mut faßt, Dickie seine Gefühle zu gestehen, geraten sie in Streit. Im Affekt erschlägt Tom seinen Herzallerliebsten. Anstatt zu der Tat zu stehen, nimmt er nun Dickies Identität an und gaukelt Marge vor, Dickie habe sich von ihr getrennt.

Doch Dickie wird vermißt und es kommt, wie es kommen muss: Tom gerät langsam aber sicher in einen Strudel voller Täuschung, Lügen und Ausreden. Als Dickies bester Freund Freddie (Philip Seymour Hoffman) ihm auf die Schliche kommt, erschlägt er ihn auch und hat somit die Polizei am Hals.

Mein Fazit:

Ein Film, der gemischte Gefühle hervor ruft. Soviel kann man sagen. Der Anfang ist eher seicht, fast schon langweilig. Es wird Tom Ripley gezeigt, wie er Klavier spielt und ansonsten in einer kleinen Kammer haust und sich wie ein Niemand fühlt. Dann bekommt er diesen Auftrag und sieht darin seine Chance, die Welt kennen zu lernen. Erst, als der charismatische Dickie auf der Szene auftaucht, wird es spannend.

Jude Law ist sonst nicht mein Fall, aber in diesem Film hat er den verwöhnten Großindustriellen-Erben toll gespielt, der nichts anderes kennt als Jazz-Musik, seine Yacht und schöne Frauen. Jude Law hat Zauber in den Film gebracht, pure Lebensfreude und Abenteuerlust. Treu kann er seiner Marge zwar nicht sein, aber man kann ihm irgendwie nicht lange böse sein. Marge, ebenso toll gespielt von Gwyneth Paltrow, weiß, das er nicht treu sein kann und dennoch liebt sie ihn und verzeiht ihm alle Fehler. Sie beabsichtigen sogar, sie zu heiraten.

In diese Idylle taucht Tom Ripley auf, der ein Stimmen-Imitator ist und für diesen Auftrag sich extra mit Jazz-Musik beschäftigt hat. Er ist Dickie verfallen, zieht heimlich seine Klamotten an und riecht an ihm, wenn er schläft. Das hat schon manchmal etwas Unheimliches an sich. Und dennoch ist er so eiskalt, das er nach der Tat seine Identität annimmt, sich neue Anzüge schneiden lässt und es auch ansonsten gutgehen lässt im Leben. Aber er hat nicht an die blöden Zufälle im Leben gedacht, die ihm dann im Laufe der nächsten Wochen immer mehr und mehr in Bedrängnis bringen.

Ein Film, der besticht durch den Kern der Geschichte, durch Matt Damon als anfangs verschüchterter junger Mann, der durch Geld und die eiskalte Tat zu einem Mann mit Ansehen wird. Niemand zweifelt an seinen Worten, einzig Marge ist trotz der Enttäuschung von Dickie mißtrauisch. Eine tolle Kulisse und die perfekt inszenierte Musik machen die kleinen Längen im Film wieder wett, daher gibt es von mir 95%.

Veröffentlicht am 29.11.2020

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