Nicholas Evans: Wenn der Himmel sich teilt

3442468442Nicholas Evans: Wenn der Himmel sich teilt

Originaltitel: The Divide (2005)
übersetzt von Werner Löcher-Lawrence
Verlag: Goldmann Taschenbuchverlag
Seitenanzahl: 478 Seiten
ISBN-10: 3442468442
ISBN-13: 978-3442468447

Inhaltsangabe:

In den Bergen von Montana wird eine Frauenleiche entdeckt – im Eis eingeschlossen und seltsam verrenkt. Es ist Abigail Cooper, die vom FBI wegen einem Mord-Delikt gesucht wird und zum Zeitpunkt des Todes schwanger war.

Doch wie kam die Frauenleiche in die Berge? Warum war sie überhaupt dort und weshalb wurde sie mit einem Mord-Fall in Verbindung gebracht?

Abigail Cooper lernt in den Ferien auf der Ranch „The Divide“ ihre Jugendliebe Ty kennen. Durch ihn wird sie auch mit Umweltverschmutzung größeren Ausmasses in Berührung gebracht. Sie beschließt, in Montana aufs College zu gehen und sich dort mit der Natur weiter vertraut zu machen.

Doch ihr Vater Ben verlässt gerade die Familie und zerstört somit ihre heile Welt. Völlig aufgebracht und wütend zeigt sie ihrem Vater die kalte Schulter und schließt sich einer Umwelt-Aktivisten-Gruppe an, durch die sie Rolf kennen lernt. Rolf ist etwas älter und gibt sich sehr geheimnisvoll. Doch er kümmert sich um sie und scheint ihre Wut auf ihren Vater indirekt noch zu schüren.

Was Abbie jedoch nicht ahnt: Rolf hat eine sehr dunkle Seite ansich und bringt sie nicht nur in Gefahr, sondern auch an den Rand der Kriminaltität. Sie verliert jeden Bezug zur Realität und stößt dabei jeden von sich, der sie liebt. Dann verüben sie einen Anschlag in Denver, wo alles aus dem Ruder läuft …

Mein Fazit:

Dieses Buch stand so lange in meinem SUB, da dachte ich, ich könnte es endlich mal lesen. Ich hatte mir keine Rezensionen oder ähnliches durchgelesen, bin also völlig erwartungsfrei an die Geschichte herangegangen. Nur durch „Der Pferdeflüsterer“ war mir der Autor bekannt.

Der Anfang zog sich für mich dahin. Bis etwa zur Hälfte des Buches wird Abbies Leben und das ihrer Familie beschrieben, die heile Welt und wie sie zerbracht durch die Trennung ihrer Eltern. Benjamin und Sarah, Abbies Eltern, sind ein völlig normales Ehepaar mit völligen normalen Problemen. Ben ist Architekt und Sarah Besitzerin einer Buchhandlung. Beide Karrieren sind nicht von großem Erfolg gekrönt, aber sie kommen klar. Während einer dieser Urlaube auf der Ranch lernt Ben die Künstlerin Eve kennen, in die er sich verliebt. Josh, Abbies kleiner Bruder, nimmt die Trennung nicht ganz so tragisch. Doch Abbie ist völlig aus dem Häuschen, kann mit ihren enttäuschten Gefühlen kaum umgehen und weist ihren Vater, der immer wieder mit ihr Kontakt aufnimmt, eins ums andere Mal ab.

Ihre Liebe zu Rolf ist geprägt von Geheimnissen und stillschweigenden Übereinkünften. Rolf hat keine feste Bleibe, jede Menge „Freunde“, die ihm immer irgendwie helfen und ist tief mit dem Thema Umweltschutz vertraut. Mit einem bürgerlichen Leben mit festen Wohnsitz, einem Job und Familie kann er nichts anfangen, das entspricht nicht seinen Prinzipien. Abbie akzeptiert es und stellt nicht allzu viele Fragen. Es dauert sehr lange, bis Abbie seine wahre dunkle Seite bewußt erkennt.

Wie schon erwähnt, bis zur Hälfte des Buches zog es sich dahin. Natürlich wollte ich wissen, warum Abigail Cooper in den Bergen von Montana umgekommen war. Aber mir erschienen die eine odere andere erzählende Einleitung dazu zuviel. Erst, als in Denver die Sache schief läuft, gewinnt das Buch an Fahrt und konnte es dann kaum aus der Hand legen, wobei mir Abbie immer unsympathischer wurde. Doch die Trennung ihrer Eltern brachte sie ins Straucheln und offensichtlich fand sie in der hörigen Liebe zu Rolf Halt. Aber ihre Wesensveränderungen in dieser Zeit waren extrem schwierig und für einen normalen Menschen wie mich schwer nachzuvollziehen.

Ansonsten hatten alle Figuren Raum um sich zu entwickeln und am Ende blieb auch keine Frage offen. Wegen der spannenden zweiten Hälfte des Buches gibt es vier Punkte. Es lohnt sich durchzuhalten.

Veröffentlicht am 25.12.14!

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