Jeannine Klos: Übermorgen Sonnenschein

340460749XJeannine Klos: Übermorgen Sonnenschein

schienen 2013
Verlag: Bastei Lübbe
Seitenanzahl: 266 Seiten
ISBN-10: 340460749X
ISBN-13: 978-3404607495

Inhaltsangabe:

Schon vor der Geburt ihres zweiten Kindes hatte Jeannine Klos hatte sie die Befürchtung, das ihr Baby vertauscht werden könnte. Ihren Mann Ralf nahm sie das Versprechen ab, das er auch wirklich aufpassen würde, wenn das Kind gleich nach der Geburt versorgt werden würde.

Tatsächlich fand die Vertauschung erst zwei Tage später statt. Doch all ihre Einwände und Zweifel wurden nicht gehört. Im Gegenteil, sie wurde belächelt und man meinte, die Kinder würden sich durchaus über Nacht verändern. Schließlich glaubte Jeannine selbst nicht mehr an eine Vertauschung und nahm das Kind mit nach Hause.

Ein halbes Jahr später jedoch meldete sich die Klinik und ihr Alptraum bestätigt sich: Ihr Baby wurde vertauscht. Es begann ein Martyrium …

Mein Fazit:

Welche werdende Mutter hat nicht mal zwischendurch diese Horror-Vision vor Augen gehabt? Ein vertauschtes Baby … Ich natürlich auch, umso mehr interessierte es mich, wie man als Mutter damit umgehen kann. Ob ich so handeln würde wie Frau Klos es in ihrem Buch beschrieben hat, weiß ich nicht. Sie hat sich schon sehr tolerant und vernünftig gegebenüber der Klinik gezeigt, die eindeutig Schuld an dem Desaster war. Nicht nur, das ihre Zweifel und Einwände nicht ernstgenommen wurden. Auch fiel ihr auf, das die Arm-Bändchen der Babies viel zu locker saßen und somit eine Vertauschung ohne weiteres möglich war.

Sie durchlitt Höllenqualen, emotionale Hochs und Tiefs. Sie fand Unterstützung von Familie und Freunden und von einem befreundeten Psychologen. Es gab für jeden Bereich Spezialisten, die sie mehr oder weniger auf ihrem Weg zum leiblichen Kind begleiteten. Ihre anfängliche Sympathie für Vanessa, der anderen Mutter, begründete auf das gemeinsame Schicksal. Wobei Vanessa durchaus labiler war, was wohl auf ihr jugendliches Alter zurückzuführen ist. Mit sehr viel Fingerspitzengefühl und Geduld ging Jeannine Klos den Weg zu ihrem leiblichen Kind, das sie anfangs ablehnte.

Ich konnte ihre Gedankengänge, emotionale Achterbahn und Handlungsweise sehr wohl nachvollziehen. Allerdings störten mich einige abwertende Bemerkungen, wie man ein Baby zu versorgen habe (Stichwort Kunstmilch, Schlafsituation etc.). Inzwischen sollte wohl jeder Mutter und jedem Vater klar sein, das es nicht nur den einen Weg gibt, sondern viele verschiedene Wege.

Ansonsten fand ich die Geschichte um Leni und Lina sehr spannend, emotional und ergreifend geschrieben, daher bekommt es fünf Sterne von mir.

Veröffentlicht am 09.04.15!

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