John Irving: Gottes Werk und Teufels Beitrag

3257218370John Irving: Gottes Werk und Teufels Beitrag

Originaltitel: The Cider House Rules (1994)
übersetzt von Thomas Lindquist
Verlag: Diogenes Verlag
Seitenanzahl: 774 Seiten
ISBN-10: 3257218370
ISBN-13: 978-3257218374
Hier ist der Film dazu rezensiert.

Inhaltsangabe:

Homer Wells ist eine Waise und er wächst mit vielen anderen Kindern im Waisenhaus von St. Cloud’s in Maine auf. Drei Paare haben versucht, ihn zu adoptieren, aber er kommt immer wieder „nach Hause“.

Dr. Larch und die Schwestern Angela und Edna ziehen Homer groß. Sie bemerken sehr schnell, das er einfach nach St. Cloud’s gehört und somit ist er nicht nur ein Waisenkind, sondern fast der Sohn für Dr. Larch. Der Arzt ist nicht nur asexuell, sondern auch noch äthersüchtig und nie um eine Ausrede oder Lüge verlegen.

Dr. Larch hilft in dem Waisenhaus jedoch nicht nur Kindern auf die Welt, sondern führt auch unentgeltlich und illegal Abtreibungen durch. Er unterweist Homer in die Geburtstechniken und zeigt ihm auch, wie eine Abtreibung vorgenommen wird. Dennoch lehnt Homer es strikt ab, weil er der Meinung ist, das es bereits ein Leben ist.

Selbst als Erwachsener lebt Homer noch in St. Cloud’s, als er Wally und Candy kennen lernt. Candy läßt in St. Cloud’s eine Abtreibung vornehmen. Homer verliebt sich in sie und ist bereit, in die Welt hinaus zu gehen. Er hilft auf der Apfelfarm von Wally und lernt sehr viele Dinge über das Leben und über die Liebe. Und seine Devise heißt stets abwarten!

Wally geht freiwillig zur Armee und wird in den zweiten Weltkrieg geschickt. Als alle glaubten, Wally wäre tod, trösten Candy und Homer sich, was auch nicht ohne Folgen bleibt. Schließlich bekommen sie das Kind – „Angel“ und dann trifft plötzlich die Nachricht ein, das Wally doch noch lebt. Und wieder heißt es für Homer „abwarten“. Er braucht ziemlich lange, um zu merken, wo er wirklich hingehört.

Mein Fazit:

Dieser Irving lag mir etwas schwerer auf dem Magen. Der Anfang und das Ende des Buches sind klasse, ganz nach Irving mit seinen Irrungen und Wirrungen (und irgendwie laufen alle Fäden auch da zusammen … in den Wirrungen). Die Mitte des Buches wurde meiner Meinung nach zu weit ausgeschmückt. Das hätte ruhig um ein paar Seiten gekürzt werden können.

Dennoch habe ich stellenweise lachen müssen, wie der Autor skurile Situationen beschrieb oder den Personen einfach verschrobene Charakterzüge gab. Es ist wirklich ein Wunder, das man da nicht durcheinander kommt. Einfach herrlich. So etwas kann auch nur Irving, der den Leser in eine ganz andere Welt entführt. Dabei hat er sich nie angemaßt, irgendetwas zu beurteilen. Er stellte die Dinge einfach dar und das so köstlich einfach.

Ich freue mich auf den nächsten Irving, den ich hoffentlich bald lesen werde.

Anmerkung: Die Rezension stammt von Januar 2007.

Veröffentlicht am 16.02.16!

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