Ann Brashares: Wer weiß, was morgen mit uns ist

Ann Brashares: Wer weiß, was morgen mit uns ist

Originaltitel: The Here And Now (2014)
übersetzt von Sylvia Spatz
Verlag: cbj
Seitenanzahl: 320 Seiten
ISBN-10: 3570159477
ISBN-13: 978-3570159477

Inhaltsangabe:

New York 2010: Der 13jährige Ethan will gerade an einem Fluss angeln, als plötzlich merkwürdige Luftverwirbelungen ein nacktes Mädchen ausspucken. Obwohl sie sich total merkwürdig benimmt, gibt er ihr ein Sweatshirt und weist ihr den Weg zu einer Brücke.

2014: Ethan ist seit vier Jahren in Prenna verliebt. Und obwohl sie sich ihm sehr zugeknöpft gibt, weiß er, das sie kein normales Mädchen ist. Ein großes Geheimnis umgibt sie und vorsichtigen Fragen weicht sie immer wieder aus. Denn Prenna kommt aus der Zukunft. Sie reiste aus dem Ende des 21. Jahrhunderts ins New York 2010. Sie flüchtete mit ihrer Mutter vor der Pest, die ihre halbe Familie dahingerafft hat. Alle Menschen aus ihrer Zeit leben in einer Gemeinschaft und unterliegen strengen Regeln, um den Zeitfluss der Geschichte nicht zu stören. Eine der Regeln ist, sich nicht physisch oder emotional mit den Menschen außerhalb ihrer Gemeinschaft einzulassen, um nicht gefährliche Epedemien ausbrechen zu lassen. Für Prenna ist es ein großes Problem, denn sie fühlt sich sehr stark zu Ethan hingezogen.

Die Einhaltung der Regeln werden streng kontrolliert und wer dagegen verstößt, verschwindet. Plötzlich taucht ein Penner auf und will mit Prenna reden. Er redet komisches Zeug, dass in vier Tagen eine Zeitgabel stattfinden würde. Und sie könnte die Zeit in die richtige Richtung bringen, wenn sie den Mut dazu aufbringt. Ethan scheint plötzlich viel mehr zu wissen und weicht ihr nicht mehr von der Seite.

Und dann ist da noch die wachsende Liebe zu Ethan, die Prenna in einen starken inneren Konflikt bringt.

Mein Fazit:

Vor drei Jahren landete dieses Buch auf meiner Wunschliste, nachdem ich irgendwie auf dieses Buch aufmerksam wurde. Es war just zu der Zeit, als viele Dystopien -gerade mit sehr jungen Protagonisten- den Literaturmarkt zu überschwemmen schienen.

Obwohl dieses Buch auch wieder eher die Jugendlichen bzw. Junge Erwachsene anspricht, habe ich mich sehr wohl gefühlt und die Ereignisse um die Gegenwart und Zukunft sehr interessiert gelesen. Die ruhige Erzählart ist genauso leicht zu verstehen wie die einfache Sprache. Die Protagonisten wachsen einem ans Herz und sie sind in ihrem Handeln und Denken greifbar und auch sehr emotional.

Gerade mit Prenna konnte ich sehr gut mitfühlen. 17 Jahre alt und aus der Zukunft in die Vergangenheit gereist, um den Katastrophen aus ihrer Zeit zu entgehen. Der größte Feind ist die Mücke, denn das Klima hat sich so stark erwärmt, dass die Mücken sich überall ausgebreitet haben und damit Krankheiten übertrugen. Zwei kleine Brüder sind bereits Krankheiten zum Opfer gefallen und der Vater, so glaubt sie, sei bestimmt inzwischen auch verstorben. Kurz vor der Reise sprang er aus unfindlichen Gründen von dem Vorhaben ab.

Das Leben in ihrer Gemeinschaft ist streng reglementiert. Sie dürfen nicht auffallen, da sie falsche Papiere haben. Sie dürfen keine medizinische Versorgung außerhalb der Gemeinschaft annehmen, da sie Viren und Bakterien insich tragen, die für die Menschen in der Vergangenheit gefährlich sein können. Außerdem besteht die Sorge, dass die Mediziner ihre Besonderheit am Blut erkennen. Beziehungen dürfen nur innerhalb der Gemeinde entstehen, aber ausgerechnet in den witzigen und intelligenten Ethan hat sie sich verliebt. Ihre erste Begegnung hat sie aufgrund ihrer Reise vergessen, aber Ethan weiß noch sehr genau, wie er Prenna zum ersten Mal sah und sie seither nicht mehr vergessen hat. Als sie später dann in seinem Physik-Kurs auftaucht, war es um ihn endgültig geschehen. Obwohl er offensichtlich in Liebe für sie brennt, bedrängt er sie zu nichts, hält sich mit seinen Fragen immer wieder zurück und gibt sich wahrlich ritterlich. Er glaubt Prenna auch, steht voll hinter ihr und hilft ihr, wo er nur kann. Ein toller junger Mann, mir war er sehr sympathisch und wenn ich eine Tochter hätte, würde ich mir einen solchen Freund für sie wünschen.

Die Geschichte kommt ohne große Gewalt aus, leider kommt es aber doch einmal dazu. Ansonsten ist es eine sehr schöne Geschichte mit sehr viel Tiefgang. Ich hätte gerne mehr gelesen von Prenna und Ethan, aber tatsächlich ist dies nur eine einbändige Dystopie. Die beiden Verliebten erleben sehr viele aufregende Momente und versuchen den Zahn der Zeit für sich zu gewinnen, für mich war es sehr spannend und zuweilen auch sehr berührend.

Fünf Sterne und eine klare Lese-Empfehlung 🙂

Veröffentlicht am 14.05.17!

2 Gedanken zu „Ann Brashares: Wer weiß, was morgen mit uns ist

  1. Liebe Elke,

    da gehörst du zu den wenigen, die das Buch begeistern konnte (laut amazon Rezis). Aber Buchgeschmäcker sind halt soooo verschieden 😉
    Freut mich, dass es dir gefallen hat.

    Liebe Grüße von Conny und dir eine nette Woche!
    (PS: Danke für deine Mail – Antwort erfolgt bald 🙂

    • Hallo Conny,

      ich kann nicht verstehen, warum es so schlecht bewertet wurde. Weil es dieses Mal nicht so brutal war? Kein Blut, keine Tote, nur absolute Kontrolle und den unbändigen Wunsch nach Freiheit und Liebe. Es ist für mich wirklich eine schöne Liebesgeschichte!

      Liebe Grüße, Elke.

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