Patricia Cornwell: Defekt

Patricia Cornwell: Defekt

Originaltitel: Predator (2005)
übersetzt von Karin Dufner
Verlag: HOFFMANN UND CAMPE VERLAG GmbH
Seitenanzahl: 412 Seiten
ISBN-10: 3455400116
ISBN-13: 978-3455400113
Dies ist der 14. Teil der Kay Scarpetta-Reihe.

Inhaltsangabe:

Lucy hat eine Akademie für Forensische Wissenschaften in Hollywood, Florida, gegründet. Die Akademie soll Fachpersonal weiter ausbilden und Polizeiermittlungen auf Anfrage unterstützen. Pete Marino und Kay Scarpetta sind dort in ihrem Fachgebiet angestellt. Aber wirklich viele Gemeinsamkeiten haben sie nicht mehr. Pete glänzt durch ständige Abwesenheit und wenn er mal auftaucht, benimmt er sich wie ein Stinktier. Kay geht ganz in ihrer Arbeit auf und nimmt einen sonderbaren Fall an, der auf dem ersten Blick als Selbstmord eingestuft wurde.

Benton verweilt an der Ostküste. An einem renomierten Krankenhaus führt er eine Studie namens BESTIE durch. Er möchte beweisen, dass Serienkiller andere Gehirnstrukturen aufweisen als normale Menschen. An dieser Studie nimmt ein ehemaliger Polizist und Serienkiller teil, der in Florida sein Unwesen trieb. Er erzählt Benton von einem weiteren -bislang ungeklärten- Fall. Es ist ein Vermisstenfall, aber Nachforschungen ergeben ein anderes Bild.

Lucy geht es schon eine Weile nicht mehr gut. Und sie fühlt sich moralisch derangiert und verbringt eine Nacht mit einer mysteriösen Frau namens Stevie. Stevie hat merkwürdige Tätowierungen am Körper, was Lucy hingegen misstrauisch macht.

Ohne es zu ahnen, sind alle Beteiligten einem Serienkiller auf der Spur und nur sehr langsam und schwerfällig lassen sich sich die losen Fäden miteinander verbinden.

Mein Fazit:

Wie so häufig fiel es mir schwer, in die Geschichte reinzukommen. Schnell aufeinanderfolgende Szenenwechsel und sehr viele involvierte Personen machten es mir nicht gerade leicht, den Mord-Ermittlungen zu folgen. Am Anfang gab es nur einen vagen Verdacht. Zwischendurch tauchte dann noch „HoG“ – Hand of God – auf, der mich als Leserin an seinen perfiden Gedankengängen teilhaben und mich eins ums andere Mal vor Schreck und Grauen innerlich erstarren ließ.

In allen Handlungssträngen nahm HoG mit den jeweiligen Personen Kontakt auf – und noch mehr. Doch jeder Hinweis auf seine Identität blieb aus, im Gegenteil, ich wurde in die Irre geführt und konnte der Auflösung am Ende irgendwie nicht so richtig glauben. Natürlich habe ich davon gehört, aber ist es wirklich so möglich? Multipe Persönlichkeiten, die miteinander streiten können? Ich muss es mal so hinnehmen, schließlich bin ich nicht vom Fach.

Die Reihe um Kay Scarpetta hat nicht nur schlechte Bücher hervor gebracht. Manche Bände fand ich sogar richtig gut und spannend. Aber das waren noch die Fälle, wo Kay Scarpetta aus ihrer Sicht erzählte. Seit die Autorin einen Stilwechsel vollzogen hat, komme ich mit den Fällen gar nicht mehr klar. Ich persönlich halte es für einen Fehler, den Täter seine eigene Geschichte erzählen zu lassen. Zwar kann man in diesem Fall die wahre Indentität des Mörders nur am Ende wirklich erkennen, aber mir hat es viel besser gefallen, wo Kay die Puzzle-Teile Stück für Stück zusammen setzte und ich währenddessen miträtseln konnte. Und die Protagonisten haben eine Entwicklung genommen, die mir nicht wirklich gefiel.

Und dann gefiel mir die Protzerei einfach nicht mehr. Gut, Lucy ist durch Cleverness zu Reichtum gekommen und setzt das Geld nun auch sinnvoll ein. Aber die Prahlerei mit den Motorrädern und anderen Dingen in ihrem Umfeld (und Marino sprang nun ebenfalls auf diesen Zug auf) war mir zum Schluss einfach zuwider. Kay und Benton brauchten sich, obwohl sie keine richtigen Jobs mehr hatten, ebenfalls um Geld keine Sorgen mehr machen. Irgendwie finde ich es total abgehoben und auch fern der Realität.

Ich habe nun 14 Bände dieser Reihe gelesen und dieses Band war der letzte in meinem SuB. Es ist an der Zeit, sich anderen Serien zu widmen und eine Chance zu geben, denke ich. Mit dieser Reihe werde ich einfach nicht mehr warm. Irgendwie ist mir meine Zeit auch zu schade dafür. Dieser Band bekommt drei Sterne von mir. Für Fans dieser Reihe ist er vielleicht lesenswert, ich mag die Empfehlung aber nicht aussprechen.

Veröffentlicht am 08.08.17!

2 Gedanken zu „Patricia Cornwell: Defekt

  1. Liebe Elke,

    mit 3 Sternen hast du das Buch ja noch richtig gut bewertet . Die 1-Sterne-Rezis auf amazon überwiegen doch deutlich 😉

    Und du willst wirklich nicht weiterlesen? Gibt mittlerweile schon Band 22 ;))

    Aber es gibt wirklich bessere Krimis. Probiers mal mit der J.K. Rowling-Reihe aka Robert Galbraith (1. Band „Ruf des Kuckucks, mittlerweile 3 Bände erhältlich). Oder die Lynley/Havers Bücher von Elizabeth George.

    Liebe Grüße von Conny 🙂

    • Hallo Conny,

      nein, diese Serie ist für mich durch. Ich müsste mir dann die Bücher ausleihen oder kaufen, denn ich habe keines mehr davon auf meinem SuB. Ich finde, es ist guter Zeitpunkt um adieu zu sagen.

      Ich wollte es mal mit der Eve Dallas-Reihe von J. D. Robb versuchen. Wenn mir das nicht zusagt, gibt es ja noch Tess Gerritsen oder die schwedischen Autoren. Davon habe ich noch gar keinen probiert 🙂 Auswahl ist genug da!

      Liebe Grüße, Elke.

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