Die Wolke

Lesezeit: 3 Minuten

Die Wolke (2006)

 

Regie: Gregor Schnitzler
Drehbuch: Jane Ainscough, Marco Kreuzpaintner
Produktion: Markus Zimmer
Musik: Dirk Reichardt, Stefan Hansen
Darsteller: Paula Kalenberg, Franz Dinda, Hans-Laurin Beyerling, Carina N. Wiese, Karl Kranzkowski, Richy Müller, u.v.a.
Dauer: 105 Minuten
Romanvorlage: „Die Wolke“ von Gudrun Pausewang

Inhaltsangabe:

Hanna (Paula Kelenberg) ist 16 Jahre alt und gerade mit ihrem kleinen Bruder Ulli (Hans-Laurin Beyerling) allein zu Hause, als ihr Schulkamerad Elmar (Franz Dinda) sich ihr sehr verliebt zeigt. Die Mutter Paula (Carina N. Wiese ) ist für eine Nacht beruflich in Schweinfurt.

Als Elmar sie das erste Mal küsst, geschieht etwas Unfassbares: Die Sirenen gehen an. In einem nahegelegenen Kraftwerk ist ein atomarer Unfall geschehen und Radioaktivität ist ausgetreten.

Hanna sammelt sofort ihren kleinen Bruder Ulli ein und sie fliehen mit dem Fahrrad. Doch in dem Chaos um sie herum verunglückt der Junge. Elmar hat sie aus den Augen verloren und fährt mit dem Auto zum nächstgelegenen Bahnhof, um nach Hamburg vor der atomaren Wolke zu fliehen, immer auf der Suche nach Hanna und ihrem kleinen Bruder.

Den Schock, ihren Bruder und womöglich auch die Mutter verloren zu haben, kann sie kaum verkraften und im kontaminierten Regen bricht sie zusammen.

Mein Fazit:

Natürlich habe ich schon einige Male von dem Film und deren Inhalt gehört. Aber erst jetzt habe ich die Gelegenheit genutzt und ihn mir angesehen.

Der Film stammt von 2006, also nach Tschernobyl und vor Fukushima. Und in Anbetracht der Tatsache, dass es auf der Welt und in Deutschland noch immer viele Atomkraftwerke gibt, die mitunter auch störanfällig sein könn(t)en, ist der Film an Aktualität kaum zu überbieten. Bislang gab es ein solches Szenario in Deutschland noch nicht. Sind wir denn auf so etwas vorbereitet?

Neben den ökonomischen und ökologischen Folgen eines solchen Vorfalls gibt es natürlich noch die unzähligen persönlichen Schicksale. In dem Film sind 38.000 Menschen sofort nach dem Unfall tot, unzählige sterben später durch Verstrahlung. Vermutlich gibt es auch viele Opfer, die durch die panische Flucht aus dem Gebiet zu Tode gekommen sind, u. a. der kleine Junge Ulli. An seinem Beispiel wird auch sehr plastisch gezeigt, dass in einer solchen Situation kaum Rücksicht auf jemanden genommen wird. Jeder ist sich seines Nächsten selbst und persönliche Gefühle wie Trauer und Schock haben kaum Platz. Umso schöner ist es zu sehen, dass es tatsächlich noch so etwas wie Mitgefühl und Anteilnahme gibt, wenn auch in sparsam dosierter Form.

Die Liebe zwischen Hanna und Elmar steht in diesem Film im Mittelpunkt. Beide sind jung und unerfahren und müssen auf ihre Weise mit den Folgen des Vorfalls zurechtkommen. Trotz allem ist die Liebe für sie wichtig und sie gehen immer wieder Risiken ein, um einander nah zu sein.

Die Schauspieler, allen voran Paula Kalenberg und Franz Dinda haben mir ausgesprochen gut gefallen. Das Werk hinterlässt ein beklemmendes Gefühl und wirft die Frage auf, ob wir denn wirklich vorbereitet sind auf ein solches Szenario? Gibt es irgendwelche Pläne? Ich will mal hoffen, dass wir es nie erfahren müssen.

Ein solider Film, der mir durchaus 80% wert ist mit einer klaren Empfehlung, gerade für junge Leute!

Veröffentlicht am 25.07.17!

3 Gedanken zu „Die Wolke“

  1. Hey!
    Die Buchvorlage von Gudrun Pausewang ist aus dem Jahr 1987. Sie hat Tschernobyl zum Anlass genommen dieses Buch zu schreiben. Ich kenne das Buch schon aus der Schulzeit und fand den Film ziemlich gut umgesetzt.
    LG
    Yvonne

    1. Hallo Yvonne,

      vielen Dank für Deinen Kommentar! Dass das Buch schon so alt ist, wußte ich gar nicht. Ich hatte natürlich kurz zu dem Buch recherchiert, aber das Veröffentlichungs-Datum ist mir dabei nicht aufgefallen.

      Liebe Grüße, Elke 🙂

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