Katherine Webb: Italienische Nächte

Katherine Webb: Italienische Nächte

Originaltitel: The Night Falling (2015)
Übersetzt von Katharina Volk
Verlag: Diana Verlag
Seitenanzahl: 560 Seiten
ISBN-10: 3453358228
ISBN-13: 978-3453358225

Inhaltsangabe:

1921: Clare Kingsley reist mit ihrem Stiefsohn Pip ins sommerlich-heiße Apulien. Ihr Mann Boyd hat sie inständig gebeten, zu ihm zu reisen, da er aus beruflichen Gründen eingebunden ist.

Schon bei der Ankunft schwabbt der jungen Frau eine eigenartige Stimmung entgegen. Die Menschen sind verarmt und kämpfen tagtäglich ums Überleben. Die Gutsherren und ihre Verwalter nutzen dies für Demütigungen und Kränkungen aus und das einfache Volk schwelt in Wut und Aggression. Doch die Bedingungen für einen offenen Kampf der Stände sind noch nicht optimal.

In dieser Zeit verletzt sich der Neffe des Gutsherrn Leandro, dessen Gastfreundschaft sie genießt. Obwohl Ettores Schwester und der Vater das tägliche Geld vom Feld dringend benötigen, kann sein Onkel ihn davon überzeugen, sich in seiner messeria zu erholen. Dabei fällt ihm die junge und sehr stille Frau auf, die ihn auf magische Weise anzieht.

Mein Fazit:

Der Plot und das Cover haben mich magisch angezogen. Ich glaubte, das Buch könnte mir angenehme Lesestunden bescheren und mich in eine Welt entführen, die ich in der Form noch nicht erlebt habe! Schließlich verweilte ich lesetechnisch noch nie im Italien so kurz nach dem 1. Weltkrieg!

Was so hoffnungsvoll begann, endete dann aber leider im abrupten Abbruch auf Seite 255. Die Autorin hat ziemlich eindrucksvoll die Atmosphäre der damaligen Zeit beschrieben, die bedrückende Armut, das karge Land und die brutalen und herzlosen Gutsherren bzw. deren Verwalter. Auf Clare, die nur ihr behütetes Leben in England kennt, wirkte dies schockierend und verstörend.

Mich hat es auch verstört, denn so wirklich voran kommt die Autorin nicht. Sie ergießt sich in ausführlichen Beschreibungen über das Land und die Menschen und hat es dabei versäumt, die Magie einer sich anbahnenden Liebesgeschichte heraufzubeschwören. Doch bis Seite 166 lernten sich Ettore und Clare noch nicht einmal kennen, um dann keine 100 Seiten später wie Tiere übereinander herzufallen. Wenn die Spannung wenigstens vorher irgendwie spürbar gewesen wäre, hätte ich es ja verstanden. Aber so? Es passierte für mich auf nicht nachvollziehbare Weise.

Das ergab alles keinen Sinn für mich. Ich weiß nicht, wo die Autorin die Schwerpunkte setzen wollte: bei den schwelenden Konflikten zwischen den Ständen? Oder wollte sie eine außergewöhnliche Liebesgeschichte beschreiben oder eher ein Krimi um den Mafiosi! Ich wollte es nicht mehr herausfinden, ich hatte immer weniger Lust, mich um diese Geschichte zu bemühen und gab es dann auf. Es konnte mich einfach nicht mitnehmen.

Ich bedanke mich bei dem Diana Verlag, dass ich durch das Rezie-Exemplar die Autorin kennenlernen durfte. Die Autorin kann sehr wohl schreiben und hat zu Recht eine große Fan-Gemeinde. Aber mich konnte es leider nicht begeistern. Daher bekommt das Werk von mir die Mindestbewertung von zwei Sternen!

Veröffentlicht am 19.11.17!

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