Die Schiffsmeldungen

Lesezeit: 3 Minuten

Die Schiffsmeldungen (2001)
Originaltitel: The Shipping News

Regie: Lasse Hallström
Drehbuch: Robert Nelson Jacobs
Produktion: Rob Cowan, Bob Weinstein, Harvey Weinstein
Musik: Christopher Young
Kamera: Oliver Stapleton
Darsteller: Kevin Spacey, Judi Dench, Pete Postlethwaite, Julianne Moore, Cate Blanchett, Scott Glenn, u.v.a.
Dauer: 101 Minuten
Romanvorlage: „Die Schiffsmeldungen“ von E. Annie Proulx

Inhaltsangabe:

Quoyle (Kevin Spacey) hat eigentlich nichts und doch vieles verloren: Seine Frau Petal Bear (Cate Blanchett) wollte gerade mit einem anderen durchbrennen, als sie einen tödlichen Auto-Unfall erleidet. Die Tochter Bunny hatte sie vorher in einer Adoptionsstelle für 6.000 Dollar verkauft. Seine Eltern sind gerade verstorben und haben ihm nichts hinterlassen, noch nicht einmal liebevolle Worte zum Abschied.

In diesem Getaumel des Chaos in seinem Leben kommt seine Tante Agnis (Judi Dench) und nimmt die beiden mit nach Neufundland. Sie beziehen das alte, nahezu baufällige Haus der Quoyles und beginnen allmählich ein neues Leben. Quole soll als Reporter arbeiten, was er sich anfangs überhaupt nicht zutraut. Seine Tochter Bunny sieht immer einen alten Mann mit einem weißen Hund und in der Stadt lebt die alleinerziehende Wavey (Julianne Moore), die den Kindergarten betreut.

Und noch einige schräge Figuren sind in der kleinen Stadt, in der Quole allmählich Fuß faßt und Freundschaften schließt. Doch Agnis hat ihm nicht die ganze Wahrheit über die Familie gesagt und so erfährt er nach und nach die ganzen Geheimnisse. Doch seine eigenen Geister plagen ihn ebenso noch und bevor er wirklich frei ist, muss er sich diesen Dämonen stellen.

Mein Fazit:

Man darf keine Action erwarten. Lasse Hallström ist bekannt für Geschichten von eigenwilligen Menschen, deren Leben genauso eigenwillig verlief.

Kevin Spacey verkörpert einen Mann, der vom Leben nicht viel erwartet hat, bis er Petal kennen lernt und sie ihm eine Tochter schenkt. Um die Idylle aufrecht zu erhalten, lässt er sich alles von ihr gefallen. Agnis schneit genau zum richtigen Zeitpunkt in sein Leben, als eigentlich alles am Boden ist und nur noch Scherben aufzusammeln sind. Agnis, von Anfang an eher reserviert, nimmt sie mit nach Neufundland, der eigentlichen Heimat der Quoles. Das wußte er bis dato nicht.

Seine Tochter entwickelt hellseherische Fähigkeiten, erahnt Dinge, die ihm verborgen geblieben sind und bringt somit immer wieder kleine Häppchen ans Tageslicht. Häppchen, kleine Geschichten um die Familie Quole, vervollständigen allmählich das Bild. Quole selbst macht auch eine sehr interessante Entwicklung durch, die sich auch am verwahrlosten Haus widerspielt. Anfangs ist das Haus baufällig, das Dach undicht, die Farbe abgeblättert und eigentlich eher unbewohnbar! Mit der Zeit bekommt es jedoch einen sauberen und vor allen Dingen reparierten Eindruck. Nichts ist mehr undicht oder baufällig. Als Quole sich von all den Fängen seiner Vergangenheit gelöst und die Verluste verarbeitet hat, kommt ein starker Sturm auf und das gesamte Haus fällt auseinander wie ein Kartenhaus. Symbolisch würde man das Haus nun neu aufbauen, nach eigenen Ideen, nach eigenem Tempo und mit eigener kraft in eine neue Zukunft. Ich fand diese Entwicklung schon sehr interessant.

Dieser Film ist kein Mainstream-Film, eher ein Geheim-Tipp. Viele werden ihn langweilig finden, ich finde ihn interessant und von der Geschichte her sehr wertvoll. Die Darsteller haben alle eine solide Arbeit abgeliefert und runden somit das Bild des kleinen verschlafenen Nests mit seinen vielen liebevollen wie auch skurilen Persönlichkeiten ab. Von mir bekommt er 80%.

Anmerkung: Die Rezension stammt vom 11.01.2010!

Veröffentlicht am 24.01.18!

2 Gedanken zu „Die Schiffsmeldungen“

  1. Liebe Elke,

    das ist zwar ein etwas eigenwilliger, aber auch ein sehr schöner, atmosphärisch dichter und leicht mystisch angehauchter Film, vor allem die Filmmusik ist ganz toll. Ich habe den Film auch schon öfters gesehen. Langweilig wurde es mir hier noch nie! Ich würde sogar 90 % vergeben.
    „Chocolat“ mag ich auch sehr gerne und „Madame Mallory und der Duft des Curry“ auch – weitere zwei wunderbare Filme des Regisseurs!

    Liebe Grüße von Conny

    1. Hallo Conny,

      vielen Dank für Dein Besuch und Kommentar 🙂

      „Chocolat“ habe ich ja auch schon gesehen und rezensiert. Mich faszinierte in dem Film vor allem das Paar Depp/ Binoche. Sie haben sehr gut harmoniert, auch wenn die Szenen nicht sonderlich üppig (viel) waren! Lasse Hallström als Regisseur schätze ich sehr, aber ich habe noch nicht alle Filme gesehen!

      Liebe Grüße, Elke!

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