Anne Freytag: Mein bester letzter Sommer

Anne Freytag: Mein bester letzter Sommer

erschienen 2016
Verlag: Heyne Verlag
Seitenanzahl: 368 Seiten
ISBN-10: 3453270126
ISBN-13: 978-3453270121

Inhaltsangabe:

Tessa van Campen ist 17 Jahre alt und weiß, dass sie sehr bald sterben wird. Seit sie vor einigen Monaten erfahren hat, dass ihr Schicksal besiegelt ist, wartet sie zu Hause nur noch auf den Moment, dabei hat sie eigentlich noch ein paar Träume!

Sie lernt Oskar kennen und Amor hat bei beiden ziemlich mittig ins Schwarze getroffen. Tessa will ihm nicht wehtun und versucht ihm klar zu machen, was mit ihr los ist. Aber er lässt sich nicht beirren und will ihr noch ein paar schöne Tage schenken – in Italien!

Und für Tessa wird es die Erfüllung all ihrer Träume!

Mein Fazit:

Wo holt man als Autorin diese Gefühle her? Das schwirrt mir seither immer wieder durch den Kopf. Wie kann man etwas so Gefühlvolles schreiben? Ich habe mich ja schon beim Hörbuch zu „434 Tage“ mitreißen lassen, dieses Buch ist eine deutliche Steigerung, ohne Frage!

Tessa ist 17 Jahre alt und ihre Welt ist völlig aus den Angeln gehoben. Vor einigen Monaten hat sie –eher durch Zufall- erfahren, dass sie ein Loch im Herzen hat und wird es deshalb nicht bis ins hohe Alter schafft. Einige Operationen haben ihr zwar ein bisschen Zeit verschafft, aber ihre Uhr tickt unerbittlich und gelegentliche Schmerzattacken unterstreichen das auch noch. Tessa beginnt vieles zu bedauern und zieht sich von der Welt zurück, denn sie kann die mitleidigen Blicke nicht ertragen. Die Wut auf ihre Mutter macht ihr das Leben auch nicht einfach.

Aber Oskar macht alles einfacher. Er liebt sie vom ersten Moment an. Die Wahrheit erschreckt ihn erst, aber er lässt sich nicht davon abhalten, ihr die letzten Wochen so schön wie möglich zu machen. Er will an ihrer Seite bleiben und nimmt dafür auch ein zerbrochenes Herz in Kauf. Und das gibt Tessa Mut, ihre Träume zu benennen und dafür einzustehen.

Ich habe die Reise der zwei frisch Verliebten begleitet und alle Höhen und Tiefen miterlebt, nein, mitgefühlt! Am Anfang hat nur Tessa erzählt, aber später kommen dann auch Kapitel, wo Oskar seine Sicht der Dinge schildert. Das war sehr ergreifend, ohne dabei kitschig zu wirken. Und ich habe Tessa vom ersten Moment an verstanden, auch wenn sie sehr zickig erscheint. Sie hat mein ganzes Mitgefühl und alle Sympathien – genauso wie Oskar, der tapfer bleibt und seine eigene kleine Geschichte zum Tod beigetragen hat.

Zu diesem Themengebiet habe ich jetzt schon einige Bücher gelesen bzw. gehört, aber dieses Werk gehört für mich zu den ergreifendsten und authentischsten Geschichten. Es ging für mich voll unter die Haut. Obwohl es eigentlich sehr traurig ist, birgt es auch sehr viel Hoffnung und Würde und ein großes Ja zum Leben. Ich gratuliere der Autorin zu diesem so gefühlvollen Werk. Dass sie sehr viel Herzblut investiert hat, merkt man auf jeder Seite, dafür muss man die Danksagung am Ende nicht lesen.

Begeisterte fünf Sterne und eine uneingeschränkte Lese-Empfehlung.

Veröffentlicht am 04.02.18!

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