Rebecca Abe: Das Gedächtnis der Lüge

Lesezeit: 2 Minuten

Rebecca Abe: Das Gedächtnis der Lüge

erschienen 2008
Verlag: Skalding Verlag
Seitenanzahl: 264 Seiten
ISBN-10: 3940695025
ISBN-13: 978-3940695024

Inhaltsangabe:

Miriam ist gerade über 40, lebt in München und hat eine kleine Schneiderei. Mit Orhan, dem türkischen Tischler, ist sie schon eine Weile befreundet, als der Arzt bei ihr eine Schwangerschaft feststellt.

Sie sagt sofort, sie will es nicht und macht sich auf den Weg nach Steinhöring, wo sie bei ihrer Oma, Maria, aufgewachsen ist. Ihre Mutter verschwand, als sie drei Jahre alt war und der Vater spricht mehr dem Alkohol und seinen Affären als seiner Tochter zu. Ihre Oma, längst 1997 verstorben, war im Krieg einst SS-treu und Heinrich Himmler ergeben. Und so zog sie auch ihre Enkelin auf, mit Strenge und Kaltherzigkeit.

Doch es gibt Geheimnisse in dieser Familie und Miriam will nun endlich wissen, was es mit der Puppe Lailatonka aufsich hat, mit dem Löffelchen und mit dem Kästchen, das sie versehentlich mal gefunden hat. Miriam will nun mehr über ihre Herkunft erfahren, wer sie ist und wo ihre Mutter ist. Und sie entdeckt dabei, das ihre Großmutter der SS und Heinrich Himmler treuer war als man ahnte konnte.

Mein Fazit:

Mit Spannung habe ich dieses Buch erwartet, wußte aber nicht, was mich da wirklich erwartete. Und so tauchte ich immer tiefer in die Geschichte um Miriam, Maria und Tonka ein. Die Autorin hat dabei das Thema der Lebensbornheime aufgegriffen. Von den Nazis unterstützte Kinderheime, die eigentlich nur dem Zweck diente, arische Kinder großzuziehen.

Ich hatte vorher von diesen Heimen nicht gehört und umso mehr versuchte ich, über diese Heime in Erfahrung zu bringen, die Vorgänge zu verstehen. Aber es ist aus heutiger Sicht schwer verständlich. Teils sprachlos, teils schockiert habe ich mich dann mit diesem Thema befaßt.

In Miriams Fall ist die Aufarbeitung von tragender Bedeutung, da sie ein Kind erwartet und -obwohl sie es erst ablehnt- diesem Kind und auch sich selbst eine Identität geben möchte. Desweiteren interessiert sie sich brennend, was mit ihrer Mutter geschehen ist. Da Marias und Miriams Schicksal nur bedingt und dennoch wieder erheblich miteinander verwoben sind, muss sie in tief insich gehen und die Zeichen der Zeit deuten.

Ein Buch, das den Leser bewegt. Die Figuren sind authentisch und in ihren Handlungen menschlich und glaubwürdig. Zuweilen habe ich die eine oder andere Seite zweimal lesen müssen, um den Sinn zu begreifen, weil es einfach -für mich- unglaublich oder unfassbar war.

Empfehlenswert, mit jeder Seite.

Anmerkung: Die Rezension stammt aus November 2008.

Veröffentlicht am 05.01.17!

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