Die Dolmetscherin

Lesezeit: 3 Minuten

Die Dolmetscherin (2005)
Originaltitel: The Interpreter

Regie: Sydney Pollack
Drehbuch: Charles Randolph, Steven Zaillian
Produktion: Tim Bevan, G. Mac Brown, Liza Chasin
Musik: James Newton Howard
Kamera: Darius Khondji
Darsteller: Nicole Kidman, Sean Penn, Catherine Keener, Jesper Christensen, Yvan Attal, Earl Cameron, u.v.a.
Dauer: 128 Minuten

Inhaltsangabe:

Ausgangs-Situation in Afrika: Simon Broome (Hugo Speer) sucht schon seit Jahren nach den Opfern des Terror-Regimes von Zuwanie (Earl Cameron). Als er gerade wieder ein Massengrab entdeckt, wird er von Kindern in einem Fußball-Station erschossen, ebenfalls von Zuwanie initiert.

New York: Silvia Broome (Nicole Kidman) arbeitet bei der UN-Vollversammlung als Dolmetscherin für verschiedene afrikanische Sprachen. Sie will gerade ihre Tasche holen, als sie zufällig ein Gespräch belauscht, wo auf Zuwanie ein Attentat verübt werden soll. Zuwanie möchte vor der Vollversammlung eine Rede halten, um so die drohende Verurteilung wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit abzuwenden. Die Silvia die Worte ernst nimmt, meldet sie es der Sicherheitsbehörde.

Tobin Keller (Sean Penn), Agent des Secret Service, wird damit beauftragt, Sivlias Geschichte zu überprüfen und sie eventuell zu beschützen. Eigentlich geht es ihm gar nicht gut, aber um sich abzulenken, arbeitet er nahezu rund um die Uhr. Nach anfänglicher Skepsis beginnt er sie doch ernst zu nehmen, obwohl ihre afrikanische Abstammung und auch frühere politische Aktivitäten ihr nun fast zum Verhängnis werden.

Doch sie sagt ihm nicht die ganze Wahrheit: Sie wartet auf ein Zeichen eines Freundes, der zusammen mit ihrem Bruder in Afrika unterwegs war. Und dann wird sie noch ominösen Personen, von Gegnern des amtierenden afrikanischen Präsidenten, verfolgt. Die Situation spitzt sich immer mehr zu und Tobin fällt es immer schwerer, ihr zu glauben und sie zu beschützen.

Mein Fazit:

Ein spannender Thriller, den man sich nicht entgehen lassen sollte.

Es wird dabei die fatale Situation aufgezeigt, die sicherlich auch heute noch aktuell ist. In einigen afrikanischen Staaten herrscht noch immer Bürgerkrieg. Kinder bekommen eine Waffe in die Hand gedrückt und werden gezwungen, auf die eigenen Leute zu schießen. Oder auf die, die ihnen im Grunde nur helfen wollen. Die Figur der Silvia spielt insofern auch eine tragende Rolle im Konflikt, da sie die doppelte Staatsbürgerschaft hat, in der westlichen zivilisierten Welt lebt und arbeitet, aber dennoch die Traditionen und Wertvorstellungen der afrikanischen Kultur respektiert und z. T. auch lebt.

Mir als Zuschauer hat sie sehr sensibel und dezent gezeigt, was es bedeutet, von diesem Regime so im Stich gelassen zu werden. Und dabei trifft sie Tobin genau auf den Nerv. Er betrauert seine Frau, die zu ihm zurückkehren wollte. Aber Tobin verändert sich auch im Laufe der Films. Zwar herrscht die Trauer über seine Frau vor, aber er entwickelt auch eine zarte Zuneigung zu Silvia, was dem Film ein wenig die Schärfe nimmt. Was die afrikanischen Traditionen angeht, glaubt er Silvia sofort. Aber ihre Geschichte mit dem Mord-Komplott weist für ihn zuerst große Lücken auf. Ohne es zu wollen und ohne, das beide es ahnen, können sie jedoch mit ihren Dämonen abrechnen und so ihren Frieden finden.

Die Geschichte um das Attentat hat für mich auch heute immer noch eine Brisanz. Auch die Schwierigkeit, den perfekten Sicherheits-Status zu erfüllen, wird toll dargestellt. Gerade Attentäter kann man nicht einschätzen, in der Regel sind die ohne Profil. Auch dieser Teil des Films war für mich sehr spannend und ich habe gebannt verfolgt, wie sich der Kreis der Verdächtigen immer mehr verkleinerte. Ab einem gewissen Zeitpunkt ahnte man allerdings schon, wer dahinter stecken könnte. Gut, dafür kommt das Ende aber doch anders, als man denkt.

Für mich hat er 90% verdient und ich würde ihn mir jederzeit gern wieder ansehen.

Anmerkung: Die Rezension stammt vom 20.12.2009.

Veröffentlicht am 27.01.17!

 

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