The Jacket

Lesezeit: 3 Minuten

The Jacket (2005)

 

Regie: John Maybury
Drehbuch: Massy Tadjedin
Produktion: George Clooney, Peter Guber, Steven Soderbergh
Musik: Brian Eno
Kamera: Peter Deming
Darsteller: Adrien Brody, Keira Knightley, Jennifer Jason Leigh, Kris Kristofferson, Kelly Lynch, Brad Renfro, u.v.a.
Dauer: 103 Minuten

Inhaltsangabe:

Jack Starks (Adrien Brody) ist ein Glückspilz – oder Pechvogel – wie man es nicht! Er hat 1991 im Irak-Krieg eine nahezu tödliche Kopfverletzung gerade so überlebt, der Arzt wollte ihn gerade für tod erklären, als man bemerkte, das er noch lebte. Körperlich scheint es ihm danach gut zu gehen, doch psychisch leidet er unter Gedächnislücken.

Als er einige Zeit später – genesen und aus der Armee entlassen – zu Fuß durch die Lande zieht, wird er unschuldig für einen Mord verurteilt und kommt in die psychiatrische Klinik von Dr. Thomas Becker (Kris Kristofferson). Dr. Becker hat nichts Gutes im Sinn mit Jack: Er sperrt ihn in eine Zwangsjacke eingezwängt in eine enge Lade, wie sie in der Gerichtsmedizin üblich sind.

Durch den Streß kann Jack plötzlich in die Zeit reisen und trifft in der Zukunft auf die Jackie Price (Keira Knightley). Sie wirkt desillusioniert, hat keine hohen Erwartungen vom Leben, gezeichnet von der Drogensucht ihrer Mutter. Diese ist schon lange tot … Jack erkennt in ihr das Mädchen wieder, dessen Mutter er vor dem Mordfall bei einer Autopanne geholfen hatte und die ihm bei dem Prozess behilflich hätten sein können.

Als Jack erkennt, das diese Zeitreise nicht einmalig ist, beginnt er einen Plan zu schmieden, wie er Jackie helfen kann, auch wenn er weiß, das es für ihn wohl kein Happy End gibt …

Mein Fazit:

Adrien Brody ist ein starker Schauspieler – er beweist es immer wieder aufs Neue und dieses Mal hat er die Rolle einer sehr tragischen Figur übernommen. Jack ist desillusioniert, hat keine Familie und weiß mit dem Glück der überlebten Kriegsverletzung nicht viel anzufangen. Und so zieht er durchs Land und sucht nach etwas, was ihm im Kopf durch Amnesie offenbar entgangen ist …

Am Straßenrand trifft er dann die vollberauschte Mutter und dessen Tochter Jackie, noch ein kleines Mädchen. Das Auto streikt und Jackie vertraut ihren Instinkten und wendet sich hilfesuchend an Jack. Er hilft auch und kann den Wagen zum Laufen bringen, doch die Mutter, gerade mal mit einem lichten Moment, verscheucht ihn, weil sie glaubt, er wolle sich an dem Kind vergehen.

Diese eine Begegnung durchzieht sich wie ein roter Faden durch den ganzen Film. Diese Szene bildet die Grundlage für die nachfolgende Story und die ungewöhnliche Liebesgeschichte zwischen Jack und der inzwischen erwachsenen Jackie. Dabei werden alle Facetten der Emotionen gezeigt und von allen Darstellern toll in Szene gesetzt. Insgesamt gesehen ist der Film düster gehalten – zeitweilig hatte ich das Gefühl, er wäre in Schwarz-Weiß. Auch die eher herunter gekommene Atmosphäre in der psychiatrischen Klinik spiegelt ein Leben im Amerika wieder jenseits des Wohlstands.

Besonders beeindruckend waren für mich die Szene, wo Adrien Brody in der Zwangsjacke in dieser Lade war, völlig eingezwängt, in der Dunkelheit, ohne irgendwelche Geräusche, nur mit sich und den Gedanken und der aufsteigenden Panik, den er wußte ja nicht, wann er dort wieder herausgeholt wurde. Die Angst in seinen Augen wirken beklemmend.

Einzig die Geschichte ist gelegentlich etwas verwirrend, man muss schon etwas aufpassen, um nicht zu versäumen, wie er sich seinen Plan so vorstellte. Ansonsten kann man dem Film empfehlen und er wirkt nachhaltig – in jeder Hinsicht.

Mir ist er 95% wert.

Anmerkung: Die Rezension stammt vom 25.08.2012!

Veröffentlicht am 27.03.17!

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