Cecelia Ahern: Willst du die perfekte Welt?

Lesezeit: 3 Minuten

Cecelia Ahern: Willst du die perfekte Welt?

Originaltitel: Perfect (2016)
übersetzt von Christine Strüh
Verlag: FISCHER FJB
Seitenanzahl: 477 Seiten
ISBN-10: 3841422365
ISBN-13: 978-3841422361
Dies ist der 2. Teil der Flawed-Reihe.

Inhaltsangabe:

Celestine North wird von Richter Crevan gejagt wie eine Schwerverbrecherin. Sie ist jedoch bei ihrem Großvater untergekommen, der vor der Stadt eine Farm hat und dort großzügig Fehlerhafte beschäftigt.

Doch auch dieses Versteck ist nur von kurzer Dauer und so sieht sie sich erneut auf der Flucht. Sie findet Hilfe in Carrick Vane, der ebenfalls als fehlerhaft gilt, weil er trotz der Gehirnwäsche während seiner Erziehung den unbändigen Wunsch verspürt, seine Eltern zu finden.

Erst mit der Zeit wird ihr bewußt, dass sie ein mächtiges Instrument hat: Das Video von ihrer Markierung. Aber es ist nach wie vor verschwunden und sie traut sich niemanden etwas davon zu sagen. Sie weiß nicht, wem sie vertrauen soll.

Nach einer weiteren Hetzjagd fällt sie doch in Crevans Hände und zuerst sieht sie sich geschlagen. Sie erhält Hilfe von unerwarteter Seite und die letzte Runde im Kampf um mehr Rechte für Fehlerhafte hat begonnen …

Mein Fazit:

Die Geschichte von Celestine North geht im zweiten Teil fast nahtlos weiter. Obwohl die Autorin einige Erklärungen eingebaut hat, ist es von großem Vorteil, den ersten Teil gelesen zu haben. Während im zweiten Teil die Jagd auf Celestine im Vordergrund steht, so hat die Autorin im ersten Teil die Welt geschildert, in der „Perfekte“ und „Fehlerhafte“ in einer Gemeinschaft leben. Während die Perfekten alle Vorzüge des Lebens genießen können, sind die Fehlerhafte von allem abgeschnitten. Gute Jobs, gutes Essen und eine menschenwürdige Behandlung.

Celestine hat erfahren, wie die Fehlerhaften behandelt werden und es krempelt ihre Sicht auf die Dinge erheblich um. Trotzdem ist sie der Überzeugung, das Richtige getan zu haben, als sie dem alten Mann im Bus in der Not half, weshalb sie letztendlich zu einer Fehlerhaften wurde. Richter Crevan, eigentlich ihr Schwiegervater in Spe, ist rasend vor Zorn, dass Celestine es gewagt hat, der Gilde und damit auch ihm die Stirn zu bieten. Für diesen Heldenmut wird sie immer mehr und mehr bewundert, auch von den Perfekten. Allmählich sickert bei den Menschen durch, dass es nicht das Patentrezept ist, die Menschen von ihren Fehlern zu befreien. Im Gegenteil, erst die Fehler macht sie zu Menschen. Und dabei stellt sich heraus, dass selbst die Arbeit der Gilde auch nicht perfekt ist, denn sie lässt viel Spielraum für Machtmissbrauch und Schikane, um unliebsame Menschen loszuwerden.

Es zeichnete sich ein Bild ab, das wir so oder so ähnlich schon erlebt haben oder aus Geschichtsbüchern kennen. Menschenverachtende Behandlung, Brandmarkierungen und der daraus resultierenden Diskriminierung. Ein anschauliches Beispiel, wie die Welt niemals sein sollte, die jedoch trotz aller Aufgeklärtheit und Wissen der Vergangenheit leider nicht ausgeschlossen ist. Der Grat zwischen den Gesellschaften ist sehr schmal und zuweilen schwammig.

Celestine erlebt ein Gefühlschaos nach dem Nächsten und ich habe der Geschichte gebannt gefolgt. Ich konnte es kaum aus der Hand legen. Zweimal allerdings wurde ich doch überrascht von den plötzlichen Wendungen. Mir kam es so vor, dass die Autorin das plötzlich einwebte, weil ihr sonst die Ideen für den Fortlauf der Story ausgehen könnten. Sei es drum! Das Buch verursachte Gänsehaut-Feeling und berührte mich sehr tief in meinem Inneren. Eine ganze Weile habe ich noch über das Buch nachgedacht und ich konnte nicht umhin, Celestine für ihren Mut und ihre Weitsicht bewundern.Diese packende Dystopie erhält -wie auch der Vorgänger- fünf begeisterte Sterne und eine klare Lese-Empfehlung.

Veröffentlicht am 25.06.17!

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