John Q. – Verzweifelte Wut

Lesezeit: 3 Minuten

John Q. – Verzweifelte Wut (2002)
Originaltitel: John Q

Regie: Nick Cassavetes
Drehbuch: James Kearns
Produktion: Mark Burg, Oren Koules, Michael De Luca
Musik: Aaron Zigman
Kamera: Rogier Stoffers
Darsteller: Gabriela Oltean, James Woods, Robert Duvall, Ray Liotta, Denzel Washington, Anne Heche, u.v.a.
Dauer: 116 Minuten

Inhaltsangabe:

John Q. Archibald (Denzel Washington) ist gerade vom Pech verfolgt. Die Fabrik, wo er arbeitet, macht Kurzarbeit und er verdient kaum was. Bei der Suche nach einem zweiten Job wird er als überqualifiziert abgestempelt und obendrein wird noch das Auto von der Bank einkassiert, er kann die Raten nicht mehr bezahlen! Alles in allem eine unangenehme Situation!

Erheblich unter Druck gerät er, als sein Sohn Mike schwer erkrankt: Er braucht ein neues Herz! Die Operation kostet 250.000 Dollar und die Versicherung bezahlt diese Operation nicht. Nur, um den Jungen auf die Transplantations-Liste setzen zu lassen, benötigt er 75.000 Dollar. John verkauft seinen Hausrat, geht betteln und versucht bei allen Behörden und Institutionen, Zuschüsse zu bekommen. Doch immer wieder werden sie abgelehnt!

Als Dr. Turner (James Woods) in Absprache mit der Klinik-Leitung Rebecca Payne (Anne Heche) den Jungen entlassen will, obwohl er dem Tode näher ist als dem Leben, trifft John eine verzweifelte Entscheidung: Er nimmt in der Notaufnahme des Chicago-Hope-Hospital, wo sein Sohn liegt, Geiseln, um so die Auflistung des Namens seines Sohnes auf der Liste zu erpressen.

Es beginnt nicht nur ein Medien-Spektakel, sondern auch ein Wettlauf mit der Zeit!

Mein Fazit:

Sozialkritisch und doch gefühlvoll!

Die Figur John Q. kann einem nur Leid tun. Da hat er eine Familie, die er liebt. Und er versucht alles, damit es ihr gut geht. Setzt sich stundenlang in muffigen Büros in der Hoffnung auf einen neuen Job, läßt sich die Sorgen nicht anmerken und doch bekommt er einen Keulenschlag nach dem nächsten. Denzel Washington ist die wahre Verkörperung des armen Amerikas, die kaum eine Chance haben, ein schönes Leben zu führen. Er schafft es, die Rolle voll und ganz auszufüllen und ist glaubhaft bis zur letzten Minute!

Sozialkritischer geht dieser Film wirklich nicht! Das Gesundheitssystem in den USA ist seit Jahren umstritten und denkwürdig. Marode und völlig im Ungleichgewicht. Es gab bis dato keine gesetzliche Krankenversicherung und auch keine Pflicht, die Menschen zu behandeln. Es ist erschreckend, das in Amerika die ärmsten Menschen keine Chance auf Heilung oder medizinische Versorgung haben, nur weil sie sich keine Krankenversicherung leisten können.

In Zusammenspiel dieser Tatsachen, das Aufzeigen der Mängel an diesem System und der verzweifelte Kampf eines Vaters um das Leben seines Sohnes ist wunderbar zur Geltung gekommen. Ohne Kitsch, ohne überzogen zu wirken erzählt der Regisseur die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln, von den Ärzten, Medien, Polizei und schließlich von John Q, der einfach nur sein Sohn vor dem sicheren Tod bewahren will.

Ein Film, der unter die Haut geht und den man so schnell nicht vergißt. Uneingeschränkt zu empfehlen!

Anmerkung: Die Rezension stammt vom 16.04.2008.

Veröffentlicht am 10.09.18!

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