Leandra Moor: Irmas Enkel

Leandra Moor: Irmas Enkel

Erschienen 2019
Verlag: tredition
Seitenanzahl: 488 Seiten
ISBN-10: 3749723559
ISBN-13: 978-3749723553

Inhaltsangabe:

Anni Bar ist in dem kleinen Dorf Perlitz aufgewachsen. Den Vater verlor sie im ersten Weltkrieg und die Mutter Helene zog ihre drei Kinder allein groß, neben der Landwirtschaft ein schwieriges Leben.

1946, kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, gedenkt sie ein zweites Mal zu heiraten und sinniert über ihr bisheriges Leben: mit Bruno, der ihr glückliche Tage beschert hatte; die Brüder Alfred und Willi, die ebenfalls heirateten und die Mutter, die vor lauter Gram irgendwann das Bett nicht mehr verließ und somit Anni für alles allein die Verantwortung übertrug.

Doch würde es dann besser werden? Würde das Leben ihr noch einmal schöne Tage schenken, mit ein bisschen gestohlenem Glück?

Mein Fazit:

Erst einmal ein herzliches Dankeschön an die Autorin, die mir das Rezie-Exemplar überlassen hat. Es war für mich eine sehr spannende Angelegenheit.

Der Roman umfasst ein ganzes Leben, über 60 Jahre Lebensgeschichte, die mit Annis Geburt beginnt und mit dem Tod in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts endet. Es ist für den Leser bzw. die Leserin besonders interessant zu erfahren, wie es nicht nur während des Zweiten Weltkrieges für die Menschen war, sondern auch danach, denn Perlitz lag in der ehemaligen DDR. Es wird sehr gut beschrieben, wie sich das System änderte, die Menschen unter den Folgen zu leiden hatten (Familientrennungen, Bespitzelungen etc.). Auch die Aufarbeitung der Vergangenheit, die in der damaligen DDR praktisch nicht stattfand, wird gut geschildert. Die glühenden Schuldzuweisungen und das perfekte sozialistische System, dem sich jedoch nicht alle beugen wollten.

Daneben gab es für Anni nur ein schweres Leben voller Entbehrungen und harter Arbeit. Ihr erster Mann Bruno war liebevoll und kümmerte sich rührend um sie. Der zweite Mann war das genaue Gegenteil davon. Sie hielt durch und arbeitete, kümmerte sich um den Hof und das Kind, versuchte das Beste aus allem zu machen. Heute ist es nicht mehr vorstellbar, dass eine Frau solche Grausamkeiten auf sich nehmen muss, leider passiert es dennoch immer wieder.

Die Geschichte selbst ist an vielen Stellen eindrucksvoll beschrieben, aber es gibt auch immer wieder kleine Längen zwischendurch. Die Autorin selbst nichts dafür kann, aber so muss ich doch kritisieren, dass es nicht gut lektoriert wurde. Es gab einige Fehler, die durchaus hätten vermieden werden können.

Die Geschichte ist mir drei Sterne wert. Wer Lebensgeschichten mag, die authentisch anmuten, ist mit diesem Buch gut beraten.

Anmerkung: Ich habe es als eBook gelesen.

Veröffentlicht am 26.11.19!

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4 Gedanken zu „Leandra Moor: Irmas Enkel“

  1. Liebe Elke,

    schade, dass die Geschichte fehlerhaft wirkte und Längen hatte.
    Vom Thema her klingt es für mich sehr interessant, nur von der Umsetzung war es das wohl eher nicht. Das ist schade!

    Aber Das Kino am Jungfernstieg wird dir sicherlich gut gefallen. 🙂

    Liebe Grüße
    Barbara

    1. Liebe Barbara,
      ich habe „Irmas Enkel“ verschlungen. Wenn Dich das Thema also interessiert, dann lies es! Längen habe ich nicht empfunden. Es ist eher so, dass einen der Schreibstil mit in die Tiefe der Geschichte nimmt. Die Geschichte steht absolut über den angesprochenen Tippfehlern (außerdem habe ich auf einer anderen Plattform gelesen, dass diese in aktuellen Ausgaben des Buches korrigiert worden sind).
      Was ich besonders toll fand, ist, dass dieses Buch aus der Sicht der Frauen geschrieben ist. Und das es im zweiten Teil vom Leben in der ehemaligen DDR erzählt. Für mich war es ein Lesehighlight!
      Viele Grüße, Marion.

      1. Liebe Marion,

        vielen Dank für Dein Besuch und Kommentar!

        Offensichtlich habe ich ein „Montags-Exemplar“ bekommen 🙂

        Es freut mich, dass es Dir gut gefallen hat. Meinungsvielfalt ist wichtig und richtig.

        Liebe Grüße, Elke!

    2. Hallo liebe Barbara,

      vielen Dank für Dein Besuch und Kommentar!

      Ich denke, das Buch lohnt sich in jedem Falle. Das mit den Fehlern hatte ich nur bemerkt, weil es wirklich unangenehm ist. Ein professioneller Verlag sollte schon gewisse Ansprüche erfüllen, finde ich.

      „Das Kino am Jungfernstieg“ habe ich gestern abend beendet. Rezie kommt demnächst!

      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende, Elke!

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