Alles Geld der Welt

Alles Geld der Welt Book Cover Alles Geld der Welt
2017
Wahre Begebenheit
All the Money in the World
132 Minuten
USA, Italien, UK
Ridley Scott
David Scarpa, John Pearson
Michelle Williams, Christopher Plummer, Mark Wahlberg, u.v.a.

Inhaltsangabe:

Italien, Rom, im Sommer 1973: John Paul Getty III (Charlie Plummer) wird auf offener Straße entführt. Die Entführer glauben, weil er der Enkel des Öl-Magnaten J. Paul Getty (Christopher Plummer) ist, dass sie schnell die Summe von 17 Millionen Dollar erpressen können.

Was die Entführer nicht wissen: Bei der Scheidung hat die Mutter des Jungen, Gail Harris (Michelle Williams) auf jegliche finanzielle Unterstützung verzichtet und dabei das volle Sorgerecht für alle vier Kinder erhalten. Sie besitzt die 17 Millionen Dollar also gar nicht und muss daher ihren Ex-Schwiegervater bitten, das Geld zu zahlen.

Nachdem Fletcher Chace (Mark Wahlberg) die Lage sondiert hat und Getty davon berichtet, kommt dieser zum Schluss, dass die Entführung womöglich vorgetäuscht ist und weigert sich die Summe zu zahlen.

Ein Desaster für Gail, denn sie weiß nicht, wie sie um das Leben ihres Kindes kämpfen kann ohne die erforderliche Summe. Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, der bei allen Beteiligten seinen Tribut fordert.

Mein Fazit:

1973, das ist mein Geburtstagjahr. Also ist es nicht verwunderlich, dass ich von dieser Geschichte nichts wusste. Das ist völlig an mir vorbei gegangen, bis jetzt, bis ich durch das TV-Programm auf den Film aufmerksam wurde.

J. Paul Getty galt damals als der reichste Mann der Welt, scheinbar noch reicher als Onassis. Der Reichtum kommt nicht von ungefähr, er ist bis ins Innerste knauserig. Er vermutet hinter allem und jedem nur das Schlechte. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass er im Film als einsamer alter Mann dargestellt wird. In Wahrheit war der erste Getty auch mehrfach in kurzen Ehen verheiratet. Nun, die Gründe dafür können vielfältig sein, aber so wie er im Film dargestellt wird, ist es nicht verwunderlich: knauserig, kaltherzig und völlig gleichgültig gegenüber diejenigen, die in seiner Familie sind. Alles hat für ihn einen messbaren Wert – nämlich Dollar! Wie furchtbar!

Ob die Entführungsgeschichte korrekt wiedergegeben wurde, kann ich nicht beurteilen. Aber es war schon beklemmend, wie die Entführer mit dem jungen umgingen. Anfangs noch freundlich und wohlwollend. Doch je mehr Zeit verstrich und kein Geld geschickt wurde, wurden die Nerven strapaziert. Es kam zum Verkauf zu einer kriminellen Organisation und die gingen mit dem Jungen nicht mehr so zahm um. Während all dieser Zeit versuchte Gail eine Lösung zu finden, ihr ältestes Kind aus den Klauen der Entführer zu befreien und führte währenddessen auch viele Diskussionen mit dem ehemaligen CIA-Agenten Fletcher Chace. Mit jedem Tag wurde die Atmosphäre angespannter, giftiger und nervenaufreibender.

Der Film wirkt authentisch, manchmal wie eine Dokumentation. Ridley Scott hat das Rom der 70er Jahre sehr gut aufgearbeitet, die Frisuren, Autos und die Mode, es entsprach alles der damaligen Zeit. Da wurde viel Aufwand betrieben und keine Mühen gescheut. Aber auch die Darsteller gaben alles. Allen voran beeindruckte mich Michelle Williams, die nicht nur in der damaligen Mode gut aussah, sondern auch noch hervorragend spielte. Ich habe richtig mit ihr gefühlt. Und das Scheusal Getty I. hätte ich für seine Kaltherzigkeit am liebsten in den Hintern getreten – wohlwollend ausgedrückt.

Der Film hat mich tief beeindruckt und mir wieder ein Stück Geschichte näher gebracht. Ein Drama, der auf allen Ebenen hochklassig ist. 95% bewerte ich diesen Film mit einem hohen Wiedersehensfaktor.

Veröffentlicht am 14.05.20!

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