Utøya 22. Juli

Utøya 22. Juli Book Cover Utøya 22. Juli
2018
Wahre Begebenheit
Utøya 22. juli
93 Minuten
Norwegen
Erik Poppe
Siv Rajendram Eliassen, Anna Bache-Wiig
Andrea Berntzen, Aleksander Holmen, Solveig Koløen Birkeland, u.v.a.

Inhaltsangabe:

Am 22. Juli 2001 verübt der Attentäter Anders Behring Breivik auf der norwegischen Insel Utøya ein Massaker mit 69 Toten allen Alters. Zuvor hatte Breivik in Oslo im Regierungsviertel eine Bombe explodieren lassen, vermutlich, um die Polizeikräfte dort zu bündeln, um dann auf der Insel über einen Zeitraum von über einer Stunde die überwiegend Jugendlichen zu ermorden.

Kaja (Andrea Berntzen) ist mit ihrer Schwester Emilie (Elli Rhiannon Müller Osbourne) im Zeltlager. Sie haben sich gerade gestritten und Kaja gesellt sich zu anderen Jugendlichen zum Hauptgebäude. Die Nachricht vom Bombenanschlag in Oslo hat inzwischen auch schon das Lager erreicht, auch wenn die Internetverbindung teilweise schlecht ist. Kurz ruft Kaja bei ihren Eltern an, um näheres in Erfahrung zu bringen.

Plötzlich fallen Schüsse. Wilde Gerüchte sprießen, erst scheint es ein Scherz zu sein, dann sollen es mehrere Polizisten sein, die um sich schießen. Als die Gruppe um Kaja die flüchtenden Jugendlichen bemerkt, spürt sie, dass Gefahr droht. Aber es gibt keine genauen Informationen und den Drang, sich in Sicherheit zu bringen. Die Schüsse scheinen von überall zu kommen.

Trotz ihrer enormen Angst muss sie ihre Schwester finden und erlebt während der nächsten 60 Minuten das nackte Grauen.

Mein Fazit:

Der Film ist fiktiv, er hat keine dokumentarischen Elemente. Und der Film wurde in Echtzeit gedreht. Die Szenen sind also nachgestellt, jedoch täuschend echt. Die Kameraführung vermittelte mir das Gefühl, mitten im Geschehen zu sein, was mir oft genug ein beklemmendes Gefühl gab.

Die Kamera begleitet Kaja von der ersten Minute an bis die ersten Jugendlichen von Booten aus dem Wasser geholt werden. Es ist fiktiv, aber dennoch ist das Grauen bei den Kindern und Jugendlichen spürbar und zum Greifen nach. Kaja begibt sich auf die Suche nach ihrer Schwester und muss immer wieder die Flucht ergreifen. Ihren Weg kreuzen kleine Kinder, die völlig orientierungslos umher streifen oder nach einer Schussverletzung langsam das Leben verlieren.

Den Schützen sieht man nur wenige Male und das eher schemenhaft. Die Schüsse sind dafür umso deutlicher zu hören und unterstreichen damit die Atmosphäre, die dem wahren Szenario vermutlich sehr nahe kommt.

Nein, ein solches Szenario muss man nicht selbst erlebt haben, um zu spüren, was die überlebenden Kinder und Jugendlichen durchgemacht haben. Der Film dazu genügt völlig und ich muss sagen, dass ich einige Male drauf und dran war, diesen Film abzubrechen. Er ist definitiv nichts für schwache Nerven.

Das einzige, was ich erwähnen möchte, ist der Abspann am Ende. Dort steht geschrieben, dass ein Gremium nach Untersuchung der Ereignisse zum Schluss gekommen ist, dass das Attentat hätte verhindert werden müssen. Ich finde eine solche Aussage äußerst grenzwertig. Kein Mensch kann in einem friedlichen und freien Land mit einer solchen Tat rechnen. Auch heute nicht, wo der Terror auch in unserem Alltag leider immer wieder Eingang findet.

Der Film hinterlässt Spuren und ist von der Art, wie er gedreht wurde, äußerst authentisch. Wegen der Eindringlichkeit und den glaubhaften Szenen bekommt der Film 90%.

Veröffentlicht am 23.09.20!

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