Deana Zinßmeister: Die Gabe der Jungfrau

Deana Zinßmeister: Die Gabe der Jungfrau

erschienen 2010
Verlag: Goldmann Verlag
Seitenanzahl: 512 Seiten
ISBN-10: 3442470366
ISBN-13: 978-3442470365
Dies ist der 1. Teil der Anna Maria-Reihe.

Inhaltsangabe:

Die jungfräuliche Anna Maria, die Tochter des freien Bauern Daniel Hofmeister, lebt mit ihrer Familie Anfang des 16.ten Jahrhunderts in dem kleinen Ort Mehlbach. Ihre Brüder Peter und Matthias sind vom strengen Vater losgeschickt worden, um bei den Bauernaufständen mitzukämpfen. Denn im ganzen Land wehrt sich das Bauernvolk gegen die Tyrannei und Ausbeutung des Adels und der katholischen Kirche.

Daniel Hofmeister führt seit Jahren ein Doppelleben. Eigentlich ist er Fritz Joß, der in früheren Jahren Aufstände organisierte, diese aber stets vereitelt wurden. Mit dem Wissen aus seinem früheren Leben gibt er Anna Maria viele Ratschläge mit auf den Weg, als sie sich genötigt sieht, ihre Brüder zu suchen. Denn sie hat die Gabe, gewisse Dinge zu träumen. Eines ihrer Träume war, das ihre Brüder auf dem Schlachtfeld sterben und das wollte sie unbedingt verhindern.
Auf ihrem Weg zu ihren Brüdern erlebt Anna Maria abenteuerliche Geschichten. Sie macht die Bekanntschaft mit dem gefürchteten Wolfsbanner, erlebt Armut und Krankheit, wird auf Burg Nanstein gefangen genommen (in der Hoffnung, ihre Gabe würde von Nutzen sein), erleidet selbst schwere Krankheiten und wird obendrein noch fast vergewaltigt.

Und als sie ihre Brüder zu finden glaubt, ist sie am Ende ihrer Kräfte. Überall herrschen Unruhen und Aufstände, Tod und unsagbares Blutvergießen. Wird sie ihre Brüder doch noch finden können?

Mein Fazit:

Dies ist mein dritter Roman dieser Autorin und ich muss sagen, nach anfänglichen Schwierigkeiten mit den vielen Personen und Zeitsprüngen kam ich sehr gut in die Geschichte rein. Anna Maria wächst einem sofort ans Herz, sie ist fleißig, folgsam, hat Repsekt gegenüber ihren Eltern, ist aber auch recht eigensinnig und stur. Trotz aller Gefahren, die auf ihr lauern, macht sie sich auf den Weg ins Ungewisse, und das zu einer Zeit, wo Frauen mehr als Objekt der Begierde als eigenständige Personen angesehen werden. Dennoch wirkt die Figur glaubhaft und der Leser fühlt und leidet mit ihr. Mich beeindruckte auch, das die Autorin sehr viel Wert darauf legte, das Anna Maria in vielen Dingen unerfahren ist und dies wird vielerlei zum Ausdruck gebracht. So erkennt sie nicht das Gefühl der Eifersucht und beschehrt dem Leser damit einige heitere Momente.

Ein weiteres Merkmal dieses Buches ist die außerordentliche Verbindung zwischen Fiktion und Wirklichkeit. Die Bauernaufstände und viele genannten Personen hat es tatsächlich gegeben. Aber die Fiktion beim Lesen zu erkennen, ist schon schwierig, so raffiniert hat die Autorin die Ereignisse ineinander verwoben.

Die letzten Seiten flogen nur so dahin, es wurde mörderisch spannend und alle geschichtlichen Fakten und fitiven Abläufe liefen ineinander, so das die Handlung und auch das Ende sowohl schlüssig als auch konsequent ist. Ein paar klitzekleine Fragen blieben zwar offen, aber das ist nicht so tragisch.

Ein Lesevergnügen, das ich so schnell nicht vergessen werde, zumal damit meine Geschichtskenntnisse ein wenig aufgefrischt wurden.

Insgesamt ist mir das Buch 4 von 5 Sternchen wert.

Anmerkung: Die Rezension stammt aus April 2010.

Veröffentlicht am 18.12.17!

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