Gillian Flynn: Gone Girl – Das perfekte Opfer

Gillian Flynn: Gone Girl – Das perfekte Opfer

Originaltitel: Gone Girl (2012)
übersetzt von Christine Strüh
Taschenbuch: 592 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch
Seitenanzahl: 592 Seiten
ISBN-10: 3596188784
ISBN-13: 978-3596188789
Hier ist der Film dazu rezensiert.

Inhaltsangabe:

Es ist der 5.te Hochzeitstag, als Amy Dunne plötzlich verschwindet. Ihr Ehemann Nick ruft die Polizei, da er sich keiner Schuld bewußt ist. Die Ehe steht nicht zum Besten, doch er will sie irgendwie wohlbehalten zurück haben.

Es tauchen jedoch Indizien auf, die darauf schließen lassen, dass Amy Opfer eines Gewaltverbrechen wurde. Weggewischte Blutspuren, umgestürzte Möbel und eine verheimlichte Schwangerschaft. Um die Verwirrung perfekt zu machen, hat Amy anlässlich des 5.ten Hochzeitstages Hinweise verteilt, wo ihr Geschenk zu ihrem Ehrentag versteckt sein könnte – ein Spiel, welches sie immer gern gespielt hat.

Nick merkt sehr schnell, dass an der Sache was faul ist. Die Polizei ist jedoch anderer Meinung – genauso wie die Medien. Sie stempeln Nick sehr bald schon als Mörder ab, obwohl noch keine Leiche gefunden wurde. Nick hat kaum noch Verbündete und doch ist er sich ziemlich sicher, das hinter all dem Amy steckt. Nur wie kann er es beweisen?

Mein Fazit:

Das Buch kaufte ich damals, als es in aller Munde war bzw. der Hype darum schon langsam wieder abflaute. Es musste trotzdem noch zweieinhalb Jahre waren, ehe ich es endlich gelesen habe und ich muss sagen, schade, das ich es so lange warten ließ. Die Verfilmung dazu sah ich kürzlich im Fernsehen, mit zwei großartigen Schauspielern und ich war neugierig, wie das Buch nun sein würde.

Der Film hat die Geschichte schon sehr gut umgesetzt. Ziemlich gut sogar! Beim Lesen gab es für mich kaum Überraschrungen. Trotzdem habe ich mich in die Geschichte von Amy und Nick vertieft, zwei so unterschiedliche Charaktere, die einander irgendwann natürlich geliebt haben und sich nun doch regelrecht zu hassen schienen. Der Lauf der Dinge hatte sie verändert, die Arbeitslosigkeit, der Umzug von New York nach Missouri und ein Haus, was in Amy nur Hassgefühle auslöste. Aus dem einstigen Liebespaar waren Kriegsgegner geworden und Nick wollte eigentlich an diesem Morgen, als Amy verschwand, um die Scheidung bitten. Denn es ging eben nicht mehr so weiter.

Die Geschichte wird aus Nicks Sicht erzählt, zwischendurch tauchen Tagebuch-Einträge von Amy auf, wie sie ihre Beziehung sieht. Dem Leser soll eine liebende Ehefrau suggeriert werden, aber zwischen den Zeilen erkennt man deutlich eine hyperintelligente Frau, die eiskalt im Herzen ist – selbst ihren Eltern gegenüber, die sie als Vorlage für ihre Kinderbuch-Figur Amazing Amy benutzt haben. Amy denkt nur an sich und kann kaum Empathie für ihre Mitmenschen entwickeln.

Obwohl ich die Geschichte durch den Film schon kannte, faszinierte sie mich. Amys Handeln ist so ungeheuerlich, dass natürlich niemand Nick glaubt außer seine Schwester. Die Autorin ist in ihrer Ausdrucksweise ziemlich direkt vorgegangen und hat sehr vielschichtige Personen beschrieben. Überhaupt ist die Autorin sehr tief in die Persönlichkeiten eingedrungen und hat das Innerste nach Außen gekehrt. Die Sympathien wanken, je nachdem, was gerade wieder aufgedeckt wurde. Aber kann man Amy wirklich glauben? Oder ist Nick tatsächlich so unschuldig, wie er es den Lesern weismachen will?

Ein spannender Thriller, der Seinesgleichen sucht! Ich vergebe fünf Sterne und mit Sicherheit werde ich noch weitere Romane dieser Autorin lesen!

Veröffentlicht am 02.07.17!

 

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