Anne Freytag: Den Mund voll ungesagter Dinge

Lesezeit: 2 Minuten

Anne Freytag: Den Mund voll ungesagter Dinge

erschienen 2017
Verlag: Heyne Verlag
Seitenanzahl: 400 Seiten
ISBN-10: 3453271033
ISBN-13: 978-3453271036

Inhaltsangabe:

Sophie ist unglücklich. Das Leben mit ihrem Vater in Hamburg war nicht optimal, aber sie kam gut zurecht. Zum vollkommenen Glück fehlt nur noch die Mutter, die Sophie kurz nach der Geburt verlassen hat.

Doch nun hat ihr Vater eine Frau kennen gelernt und plant ein gemeinsames Leben mit ihr. Sie wartet mit ihren zwei Söhnen in München. Es folgt also ein Umzug. Sophie bleibt nichts anderes übrig als ihr Schicksal zu akzeptieren, aber es fällt ihr schwer.

Alex ist das Mädchen nebenan im Haus. Nach anfänglicher Skepsis freundet Sophie sich mit ihr an. Es entwickelt sich eine wunderbare Mädchenfreundschaft, aber Sophie spürt auch andere Gefühle und Verwirrung. Auf einer Party wird Flaschendrehen gespielt und dann geschieht das, was alles verändert: Sophie und Alex tauschen einen innigen Kuss und die Welt ist nicht mehr, wie sie vorher war.

Mein Fazit:

Es ist nun schon meine dritte Geschichte, die ich von Anne Freytag gelesen oder gehört habe. Und ich bin immer wieder begeistert, wie sie ernste Themen verpackt und mit viel Gefühl und Herzblut vermittelt.

In dieser Geschichte geht es um Sophie, die bislang ein ganz normales Leben mit ihrem Vater in Hamburg führte. Doch dann erfolgt der Umzug nach München, der ihr komplett den Boden unter den Füßen wegreißt. Gegen ihren Willen findet sie die neue Frau an der Seite ihres Vaters nett und ihre Mitschüler sind auch nicht so wirklich schlecht. Alex, so dachte sie eine Zeit lang, wäre ein Junge. Als sie sich jedoch als Mädchen entpuppt, ist die erste Verwirrung da. Und sie ist auch noch nett und entlockt Sophie ein paar Dinge, die sie eigentlich nicht gern erzählt. Es war schon vorher eine gewisse Spannung vorhanden, aber Sophie konnte es nicht benennen. Erst recht nicht, als sie beim Flaschendrehen diesen einen Kuss mit Alex tauscht. Ihre Welt steht Kopf.

Ja, wie kann man so etwas schreiben, ohne dass es kitschig wirkt? Einen Tipp: Fragen Sie Frau Freytag. Es ist ein echtes Kunststück und ich habe die 400 Seiten an einem Tag verschlungen. Sophie erscheint mir wie ein normaler Teenager, mit den üblichen Problemen und Nöten. Sex mit Jungs hatte sie schon, aber den fand sie unspektakulär. Sie konnte nicht verstehen, was die Mädchen so daran finden. Dann lernt sie Alex kennen und ihre Gefühle und Hormone fahren Achterbahn. Die Zweifel, die mit dem Gefühlschaos einhergehen, sind verständlich formuliert worden. Die Charaktere sind sehr liebevoll gezeichnet, haben ihre Ecken und Kanten und wirkten auf mich authentisch.

Ich bin tief berührt von dieser Geschichte und habe eine ganze Weile noch an Sophie und Alex gedacht, wie sie sich entwickelt haben und die Welt schließlich mit anderen Augen sehen konnten. Sehr viel Gefühl und Liebe hat die Autorin investiert und ich bin ihr dafür sehr dankbar. Eine klare Lese-Empfehlung mit fünf Sternen gibt es von mir!

Veröffentlicht am 03.09.18!

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