Kaltblütig

Lesezeit: 3 Minuten

Kaltblütig (1967)
Originaltitel: In cold Blood

Regie: Richard Brooks
Drehbuch: Richard Brooks
Produktion: Richard Brooks
Musik: Quincy Jones
Kamera: Conrad L. Hall
Darsteller: Robert Blake, Scott Wilson, John Forsythe, Paul Stewart, Gerald S. O’Loughlin, Jeff Corey , u.v.a.
Dauer: 134 Minuten
Romanvorlage: „Kaltblütig“ von Truman Capote

Inhaltsangabe:

von eigener Buch-Rezie: Im November 1959 wird in Holcomb, Kansas, eine vierköpfige Familie ermordet. In dem kleinen Städtchen geht die Angst um: Wer kann denn um Himmels Willen diese friedfertige und beliebte Familie Clutter einfach so umbringen? Wer folgt als nächstes?

Die zwei ungleichen Knastbrüder Perry (Robert Blake) und Dick (Scott Wilson) streifen durch das Land auf der Suche nach dem großen Geld. Beide stellen auf ihre Art gescheiterte Existenzen da. Perry, in der Kindheit Zeuge von häuslicher Gewalt, wächst später bei seinem Vater auf, der sich redliche Mühe gibt, aus ihm ein anständiger junger Mann zu machen. Dick, ein guter Schüler mit einer soliden Zukunft, kommt vom Weg ab, als er die Stipendien ablehnt und sich mit Jobs verdingt. Er will mehr Geld verdienen und beginnt kleinere Diebstähle und Scheckbetrügereien.

Während die Polizei die Mörder der Clutter-Familie ermittelt, erleben die zwei jungen Männer ihre eigene Odyssee, die geradewegs in die Arme der Ermittler führt.

Mein Fazit:

Das Thema ist mir ja so frisch im Gedächtnis, da ich beides, den Film und das Buch, nahezu gleichzeitig mir „erarbeitet“ habe. Das Truman Capote ein so bedeutender Schriftsteller war, war mir bislang nicht bewusst. Nun habe ich also auch den Film gesehen, und zwar den ersten, der zwei Jahre nach Erscheinen des Buches gedreht wurde.

Der Film ist in schwarzweiß und strahlt dadurch erst einmal eine düstere Atmosphäre aus. Ansonsten ist der Film in weiten Teilen fast genau wie das Buch – bis zum Prozess. Die Hintergründe zu den Leben der Täter konnten offenbar visuell nicht richtig in Szene gesetzt werden. Nur das eine oder andere tauchte im Dialog auf, aber das bildet nicht die Atmosphäre ab, die der Autor im Buch heraufbeschworen hat.

Die beiden Hauptdarsteller haben aber die gescheiterten Existenzen gut zur Geltung gebracht und gerade Scott Wilson als junger Spund ist sehr interessant zu sehen. Viele kennen ihn bestimmt aus vielen Nebenrollen in diversen Filmen. John Forsythe als leitender Ermittler hat auch eine gute Figur gemacht.

Die Kulisse, die Atmosphäre und die Geschichte insgesamt wirken authentisch. Wie schon erwähnt, bis zum Prozess hält sich der Film nahezu 1:1 an die Buchvorlage, aber dann gibt es einen großen Sprung, was ich sehr schade finde. Denn im Buch wird auch beschrieben, dass die Rechtsanwälte der Beschuldigten wohl schlechte Arbeit abgeliefert hätten. Auch der vorsitzende Richter war voreingenommen, war er doch mit den Opfern befreundet. Auch wird die Stimmung in der Kleinstadt nicht richtig eingefangen, denn bis zur Feststellung der Täter glaubten alle in Holcomb, dass der Mörder in ihrem Umfeld zu suchen ist. Es breitete sich Angst unter den Bewohnern aus.

Alles in allem ist es ein Film, der dem Buch größtenteils gerecht wird. Da jedoch, wie ich finde, einige wichtige Aspekte nicht deutlich herausgearbeitet wurden, gebe ich dem Film nur 85%.

Veröffentlicht am 21.08.19!

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