Truman Capote: Kaltblütig

3898971066Truman Capote: Kaltblütig

Originaltitel: In Cold Blood (1965)
übersetzt von Kurt Heinrich Hansen
Verlag: Weltbild Verlag
Seitenanzahl: 352 Seiten
ISBN-10: 3898971066
ISBN-13: 978-3898971065
Dieses Buch ist ein 18. Teil der BILD Beststeller-Bibliothek.
Hier ist der Film dazu rezensiert.

Inhaltsangabe:

Im November 1959 wird in Holcomb, Kansas, eine vierköpfige Familie ermordet. In dem kleinen Städtchen geht die Angst um: Wer kann denn um Himmels Willen diese friedfertige und beliebte Familie Clutter einfach so umbringen? Wer folgt als nächstes?

Die zwei ungleichen Knastbrüder Perry und Dick streifen durch das Land auf der Suche nach dem großen Geld. Beide stellen auf ihre Art gescheiterte Existenzen da. Perry, in der Kindheit Zeuge von häuslicher Gewalt, wächst später bei seinem Vater auf, der sich redliche Mühe gibt, aus ihm ein anständiger junger Mann zu machen. Dick, ein guter Schüler mit einer soliden Zukunft, kommt vom Weg ab, als er die Stipendien ablehnt und sich mit Jobs verdingt. Er will mehr Geld verdienen und beginnt kleinere Diebstähle und Scheckbetrügereien.

Während die Polizei die Mörder der Clutter-Familie ermittelt, erleben die zwei jungen Männer ihre eigene Odyssee, die geradewegs in die Arme der Ermittler führt.

Mein Fazit:

Endlich habe ich mich an die Geschichte von Truman Capote herangewagt. Schon ziemlich lange stand es in meinem Regal.

Der Autor hat es geschafft, mit seinen Erzählungen die damalige Zeit herauf zu beschwören. Die Menschen, die Stadt, ja selbst die Landschaft konnte ich mir gut vorstellen. Holcomb ist ein kleines Nest gewesen, jeder kannte jeden und die Clutter-Familie war zu allen nett und freundlich. Und dann kommen mitten in der Nacht zwei junge finstere Burschen und beenden ihr Leben – für 40 Dollar!

Der Autor hat die Mörder in den Mittelpunkt der Geschichte gestellt. Das bisherige Leben, die Kindheit, der berufliche Werdegang und evtl. Ehen wurden hier beleuchtet und bezeugen das tragische Ausmaß, warum sie so geworden sind. Bei Perry ist es noch eher verständlich als bei Dick. Dick machte auf mich den egoistischen, berechneten Menschen, der mehr auf kleine Mädchen stand als auf Mord. Und natürlich eint beide die Sehnsucht nach dem großen Geld, welches sie offenbar nur durch Betrügereien bekommen konnten.

Die Geschichte ist interessant und manchmal auch erschreckend, aber Mr. Capote hat es oft sehr blumig und in langen verschachtelten Sätzen beschrieben. Nach wie vor bin ich keine Freundin dieser ausschweifenden Erzählweise und hatte damit entsprechend meine Probleme. Die 350 Seiten kamen mir wie 700 Seiten vor. Zeitweise sprang der Autor auch innerhalb eines Absatzes mal hin und her. Es war gelegentlich sehr anstrengend, wenn ich einen Abschnitt noch einmal lesen musste, um das zu verstehen.

Insgesamt gesehen ist es eine lesenswerte Geschichte, ein Tatsachenberichtet, der tief in die Abgründe der menschlichen Seele blicken lassen kann. Von mir bekommt das Buch vier Sterne und eine klare Empfehlung.

Veröffentlicht am 25.07.19!

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