Donna Douglas: Ein neuer Anfang

Lesezeit: 3 Minuten

Donna Douglas: Ein neuer Anfang

Originaltitel: The Nurses of Steeple Street (2016)
Übersetzt von Ulrike Moreno
Verlag: Bastei Lübbe
Seitenanzahl: 496 Seiten
ISBN-10: 3404178173
ISBN-13: 978-3404178179
Dies ist der 1. Teil der Die Schwestern aus der Steeple Street-Reihe.

Inhaltsangabe:

Leeds, 1925: Agnes Sheridan stammt aus gutem Hause und ihre Ausbildung im Nightingale Krankenhaus in London verschafft ihr eine gute Basis, um die Ausbildung zur Gemeindeschwester in der Steeple Street anzugehen. Eigentlich ist es für sie nur eine vorübergehende Station. Viel mehr möchte sie wieder nach Hause zu ihrer Familie, aber ein verhängnisvoller Fehler verhindert dies.

Bess Bradshaw ist ein Drache und nicht nur gegenüber ihrer Tochter Polly äußerst kritisch, sondern auch bei Agnes. Mrs. Bradshaw versucht Agnes das Leben in der Gemeinde näher zu bringen. Agnes hingegen hat ziemlich große Schwierigkeiten, sich in die ärmliche Bevölkerung einzufinden. Ihre guten Absichten werden zuweilen zu Boden getrampelt und sie hadert oft mit sich.

Polly hat mit ihrer Mutter so ihre eigenen Gefechte auszukämpfen. Sie hat sich wieder verliebt, dennoch will sie ihrer Mutter beweisen, dass sie ihre Ausbildung zu Ende machen möchte. Bess Bradshaw hingegen kann eigentlich gar keinen Mann an der Seite ihrer Mutter dulden und so beginnt es im Gebälk zu knirschen.

Und dann sind da noch die vielen Patienten, die auf ihre eigene Art und Weise ihre Probleme haben und die Fürsorge einer Gemeindeschwester benötigen.

Mein Fazit:

Donna Douglas hat vom Krankenhausleben im Nightingale auf die Straße gewechselt. Leeds liegt ziemlich hoch im Norden von England und ist in dieser Epoche bereits eine florierende Industrie-Stadt. Die Menschen, für die die Gemeindeschwestern zuständig sind, haben oft noch mit den Folgen des Zweiten Weltkriegs zu kämpfen. Einige schrullige Marotten runden das ab sowie auch eine nicht gern gesehene Engelmacherin Namens Mrs. Pilcher.

Agnes Sheridan ist in Leeds nicht ganz freiwillig. Ihre Mutter hat den Kontakt zu Mrs. Gale aufgenommen, sie sind seit vielen Jahren befreundet. Agnes ist bei ihrer Familie in Ungnade gefallen und wurde nun praktisch verbannt. Die Hoffnung auf eine Versöhnung hat sie nicht aufgegeben, deshalb führt sie schon bald eine Entscheidung herbei. In die Aufgabe der Gemeindeschwester kann sie sich nur schwer reinarbeiten, trotz ihrer hervorragenden Ausbildung beim Nightingale Krankenhaus in London. Sie fühlt sich den Menschen überlegen, die sie betreut. Dennoch muss sie lernen, ihr Vertrauen zu gewinnen und dass passiert häufig auf ganz sonderbare Wege.

Mrs. Bradshaw und ihre Tochter Polly stehen ebenfalls im Mittelpunkt dieser Geschichte. Es ist eine schwierige Beziehung, die mehr auf Unwissenheit und Ignoranz beruht. Polly sehnt sich nach einer liebevollen Umarmung, nach Herzenswärme und Zerstreuung. Ihr Mann Frank ist schon seit zwei Jahren Tod und selbst das stimmt ihre Mutter nicht wohl. Ihrer Meinung nach sollte ihre Tochter nie heiraten und sich nur der Pflege und Fürsorge von kranken Menschen widmen. Es kommt zu einem handfesten Krach.

Die Autorin hat eine interessante Milieustudie über die Arbeiterschaft in Leeds erstellt, die kaum soziale Absicherung erfuhr und bei kleinsten Krankheiten in die bittere Armut abrutschte. Das war für mich als Leserin schon manchmal schwierig zu lesen, aber ich habe keinen Zweifel, dass es so damals war oder heute in anderen Gegenden ist. Die Interaktionen zwischen Patienten und Gemeindeschwestern fand ich oft sehr interessant, manchmal war auch leiser Humor dabei und gelegentlich dramatisch und berührend.

Dennoch hatte ich oft das Gefühl, das schon mal irgendwie oder irgendwo gelesen zu haben. Es ist das gleiche Schema wie bei den Nightingale Schwestern, nur eben auf die Straße von Leeds verlegt. Nichts desto trotz fand ich es packend und sehr unterhaltend. Daher bekommt es trotz der leichten Vorsehbarkeit auch fünf Sterne und eine klare Lese-Empfehlung.

Veröffentlicht am 12.06.19!

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