Barbara Cartland: Ein Kuss für den König

Barbara Cartland: Ein Kuss für den König

Originaltitel: A kiss for the king
übersetzt von Unbekannt
Verlag: Bastei Lübbe
Seitenanzahl: 400 Seiten
ISBN-10: 3404106113
ISBN-13: 978-3404106110

Inhaltsangabe:

Prinzessin Anastasia von Hohlenstein ist jung, hübsch und von königlichem Geblüt. Sie lebte bisher mit ihrer Mutter, Großherzogin von Hohlenstein, auf Hampton Court Palace, eine Wohnstätte für verarmten und veralteten Adel. Ihr Leben war trist und langweilig und nur ein Freund der Familie, Christopher Lyncombe, offenbahrt ihr seine Liebe.

Doch die Königin von England beschloß, Prinzessin Anastasia nach Mauronien zu verheiraten. Die´politische Lage in Europa ist brisant. Der Kaiser Napoleon von Frankreich scheint genauso unersättlich zu sein wie sein Vorgänger. Es kursieren die Gerüchte, das der Kaiser die Ländereien einnehmen will, wie auch Mauronien dazu gehört. Um dem Kaiser Einhalt gebieten zu können, soll eine englische Prinzessin den Platz der Königin in Mauronien einnehmen.

Maximilian von Mauronien scheint ein guter König zu sein, außer sein ausschweifendes Leben werfen ein dunkles Licht auf ihn. Er scheint dem französischen Kaiser sehr angetan zu sein und läßt sich nur zu gern in Liebschaften ein. Doch es mangelt ihm an Diskretion, denn es kommt sogar Prinzessin Anastasie zu Ohren, das er Liebschaften pflegt.

Anastasia ist verwirrt. Sie kennt den König nur von Magazinen und lernt erst auf der Seereise in ihre neue Heimat über das Land und den König. Sie bereitet sich optimal auf ihre Zukunft vor. Doch niemand hat sie auf die Gefühle vorbereitet, als sie dem König, Maximilian von Mauronien, zum ersten Mal gegenüber steht. Doch was ist mit seinen Gefühlen? Wird er sich für sich entscheiden und seine Liebschaften aufgeben? Wird er sein Land vor der bevorstehenden Bedrohung verteidigen können?

Mein Fazit:

Dies ist ein wunderschöner Roman. Ich habe ihn sehr genossen und die Autorin hat eine wunderbare Titelheldin geschaffen. Der Held war mir nicht unbedingt immer sympathisch, aber das wurde dann im Verlauf der Geschichte wieder wett gemacht. Vielleicht werde ich mir noch das eine oder andere Buch von dieser Autorin besorgen. Herzerwärmend und empfehlenswert!

Anmerkung: Die Rezension stammt aus September 2004.

Veröffentlicht am 05.04.19!




Maria W. Peter: Die Melodie der Schatten

Maria W. Peter: Die Melodie der Schatten

Erschienen 2018
Verlag: Bastei Lübbe Verlag
Seitenanzahl: 672 Seiten
ISBN-10: 3404177746
ISBN-13: 978-3404177745

Inhaltsangabe:

Schottische Highlands, 1837: Fiona Hemington ist auf dem Weg nach Inverness, um nach dem Tod ihrer Mutter bei der Tante ein trostloses Leben zu fristen, als die Kutsche überfallen wird. Sie überlebt als Einzige und kann sich zu einem düsteren Anwesen retten: Thirstane Manor.

Thirstane Manor scheint ein eigenständiges Lebewesen zu sein. Seit sie das riesige Anwesen betreten hat, spürt sie eine seltsame Melodie in ihrem Inneren. Eine dunkle maskenhafte Gestalt macht ihr ebenso Angst wie der Hausherr: Aidan Thirstane. Das wenige Personal, das sich um alles kümmert, ist auch nicht gerade behilflich und gibt sich ebenso seltsam wie zugeknöpft.

Sir Aidan ist der Hausgast erst gar nicht Recht, durchkreuzt sie doch seine Pläne. Als er jedoch erfährt, wessen Tochter sie ist, spürt er, dass sich ihm eine einmalige Chance bietet. Aber sie ist so ganz anders als ihr Vater und das irritiert ihn mehr, als ihm lieb ist.

Welches dunkle Geheimnis verbergen das Haus und dessen Herr? Oder wird Fiona wirklich dem Wahnsinn anheimfallen?

Mein Fazit:

Die Autorin hat ja schon in der Vergangenheit bewiesen, dass sie tolle Geschichten erzählen kann. Und mit diesem Roman ist es nicht anders.

Allerdings tat ich mich am Anfang erst ein bisschen schwer, weil die düstere Atmosphäre wirklich sehr bedrückend war, zumindest für mich. Jedoch lässt die Spannung nicht lange auf sich warten, schon gleich zu Beginn wird die Kutsche überfallen und die junge Frau Fiona Hemington kann durch eine Fügung des Schicksals dem Überfall entkommen.

In atmosphärischen Beschreibungen entsteht ein Bild von einer mystischen Kulisse in den schottischen Highlands. Die Schlacht von Culloden fand knapp 100 Jahren zuvor statt und seither ist das Land ausgeblutet. Ganze Landstriche sind verwaist. Die Menschen, die noch in den Dörfern leben, sind verarmt und desillusioniert. Und dann taucht dieses Herrenhaus auf, das offenbar ein Eigenleben hat. Es wird nur von einer Handvoll Personal geführt, was zur Folge hat, dass viele Räume schon lange unbenutzt sind. Das verstärkt die Atmosphäre von Geheimnissen und Magie. Vielleicht weil mir die Beschreibungen der Atmosphäre so plastisch erschienen, hatte ich so am Anfang meine Probleme damit. Die letzten 470 Seiten habe ich an einem Tag gelesen und ich war in jeder Minute mitten drin und verfolgte gespannt die Geschichte von Fiona und Aidan.

Zwei ungleiche Menschen, zwei völlig verschiedene Agenden und doch gibt es die eine oder andere Gemeinsamkeit, die sie miteinander verbindet. Die zarte Fiona, die von ihrem Vater verschämt versteckt wird, da sie an Fallsucht leidet und eine sehr lebhafte Fantasie hat. Und Aidan, der ein Laird ist, aber eigentlich keiner sein will, dennoch eine große Schuld trägt, für die Schandtaten seiner Familie. Sie begegnen sich vorsichtig und mit großer Distanz. Die Entwicklung der Figuren ist erstaunlich wie auch authentisch und greifbar nah. Ich konnte mich in beide sehr gut hinein versetzen und verstehen, warum sie so handelten. Ich habe beide schlichtweg in mein Herz geschlossen.

Obwohl ich das eine oder andere durchaus richtig geahnt habe, war es spannend bis zur letzten Zeile. Und es bleiben keine Fragen offen. Man merkt der Geschichte die intensive Recherche an, wofür man der Autorin nur den Respekt zollen kann. Es hat sehr viel Tiefgang und die Beschreibungen lassen die ganze Landschaft vor dem inneren Auge entstehen.

Ein Buch, das bewegt und einen nicht so schnell los lässt. Zumindest ergeht es mir so. Fünf überzeugte Sterne und eine klare Lese-Empfehlung.

Veröffentlicht am 22.02.19!




Bronwyn Williams: Freibeuter der Liebe

Bronwyn Williams: Freibeuter der Liebe

Originaltitel: Gideon’s Fall
übersetzt von unbekannt
Verlag: Ullstein TB-Verlag
Seitenanzahl: 252 Seiten
ISBN-10: 3548233880
ISBN-13: 978-3548233888

Inhaltsangabe:

Pride und Prudence Andros sind Vollwaisen. Ihre Mutter verstarb früh und der Vater, ehrenwerter Händler, versank mit seinem Schiff und seiner wertvollen Fracht in den Tiefen des Meeres.

Aus Rache an den Piraten bestehlen die fast volljährigen Zwillinge als Nye und Haskell die Piraten im Hafen von Portsmouth Island. Damit versorgen sie ihre Großmutter und das schwarze Dienstmädchen Lillah. Die Inselbewohner und auch der Franzose Claude Delarouche glauben, Urias Andros habe sein Vermögen auf der Insel versteckt. Claude Delarouche wurde von dem Verstorbenen um sein Vermögen gebracht, daher hat er ein besonderes Interesse an den Zwillingen.

Als Nye und Haskell verkleidet fallen sie dem Walfänger-Kapitän Gideon McNair in die Hände. Er bringt sie in sein Lager und läßt sie für sich arbeiten, um sie wieder auf den rechten Weg zu bringen. Während Pride bei der harten Arbeit zum Manne ranreift, wird Prudence’s Situation immer prikärer, denn niemand ahnt, das sie ein Mädchen ist. Prudence ihrerseits entwickelt leidenschaftliche Gefühle für den sonderbaren Kapitän. Als dieser hinter ihrem Geheimnis kommt, will er sie bestrafen. Doch das läßt die Gefühle und sein Verlangen auch nicht mildern. Werden sie zueinander finden?

Mein Fazit:

Ich bin es nicht gewöhnt, historische Romane zu lesen. Doch dieser zeigte mir, das diese Epoche sehr viele Reize hat. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen, es ist spannend bis zur letzten Seite!

Anmerkung: Die Kurz-Meinung stammt aus August 2004.

Veröffentlicht am 12.12.18!




Alexandra Ripley: Virginia

Alexandra Ripley: Virginia

Originaltitel: From Fields of Gold (1994)
übersetzt von unbekannt
Verlag: Heyne Verlag
Seitenanzahl: 541 Seiten
ISBN-10: 3453185242
ISBN-13: 978-3453185241

Inhaltsangabe:

Nathan Richardson ist mit dem Taback groß geworden. Als der Vater die Familie verlassen hatte, war Nate gerade mal 15 und schon das Familienoberhaupt über die Farmerfamilie. Sein ältester Bruder Gideon wird als Wunderkind angesehen und hatte somit die Möglichkeit, ein Studium abzuschließen und Wanderprediger zu werden. Als Gideon schließlich auch noch Lilly heiratet, Nates große Liebe, gibt es für Nate nur noch ein Ziel: Reich zu werden!

Amerika um 1880! Der Bürgerkrieg ist lange zu Ende, und dennoch hat sich der Süden verändert. Und doch kämpft sich Francesca Standish auf ihrer Plantage ab. Sie betreut ihre Mutter, die geistig noch immer in der Zeit vor dem Krieg lebt (und in keinster Weise akzeptiert, das ihr Mann und ihr Sohn dort umgekommen sind). Einzig ihr Großvater bringt Francesca die Liebe und Aufmerksamkeit entgegen, die ihr gebührt. Ihr Großvater ist Erfinder und er hat viele Maschinen erfunden, aber nicht alles patentieren lassen. Nate Richardson hat von dem Erfinder gehört und sucht ihn auf, da er eine Maschine haben möchte, die Zigaretten herstellen könne. Denn seiner Meinung nach lag darin die Zukunft von Amerika! Er bekommt das Modell der Zigarettenmaschine, aber Francesca hat das Patent und gehen sie eine Partnerschaft ein: Er heiratet sie, damit er das Patent hat und sie möchte Kinder. Nate geht auf den Handel sofort ein und noch am selben Tag werden sie getraut. Doch Nate liebt Francesca nicht, sie ist älter, hat ein unscheinbares Wesen und scheint auch ansonsten nicht allzu viel bieten zu können, außer eine Lady aus dem Süden zu sein.

Er bringt Francesca mit auf seine Farm, wo er noch weiter arbeiten muß, um mehr Geld für sein Unternehmen zusammen zu bekommen. Seine Frau hingegen wird in der Familie nicht gerade freudig empfangen und es gibt wenig, was Francesca dagegen tun kann. Als er dann später ein Landstück nach seinen Vorstellungen findet und mit seinem Plan beginnt, kann auch sie wieder glücklicher in die Zukunft sehen. Aus der kleinen Mühle am Bach in der Nähe von Durnham wird im Laufe der Jahre eine ganze Stadt. Und was braucht eine Stadt dringend? Einen Wanderprediger! Und somit kommt Gideon mit seiner Lilly nach Standish (nach Francescas Mädchennamen benannt!) und es scheint, als ob die Ehe das erste Mal in eine feste Krise gerät.

Mein Fazit:

Dies ist ein sehr schöner Roman über die harte Arbeit und den errungenen Sieg. In diesem Buch wird auch von dem Charme der Südstaaten erzählt und ich interessiere mich immer mehr für diese Region. Einige Stellen in diesem Buch sind gewiß überflüssig, das gebe ich zu, aber ansonsten ist es leicht zu lesen, trotz der 540 Seiten. Ich habe noch einen weiteren Roman dieser Autorin, mal sehen, wie dieser sich so entwickelt! Dieser Roman ist jedenfalls wärmstens zu empfehlen!

Anmerkung: Die Rezension stammt aus September 2004.

Veröffentlicht am 23.11.18!




Ines Thorn: Die Strandräuberin

Ines Thorn: Die Strandräuberin

Erschienen 2017
Verlag: Aufbau Taschenbuch
Seitenanzahl: 352 Seiten
ISBN-10: 3746634016
ISBN-13: 978-3746634012

Inhaltsangabe:

von Aufbau-Verlag: Sylt im Jahr 1711: Jördis lebt mit ihrer Großmutter auf Sylt, doch sie bleibt eine Außenseiterin, die sich als Strandräuberin durchschlagen muss. Ihre Vorfahren stammen aus Island, deshalb hängt sie noch dem alten nordischen Glauben an. Ihre einzige Gefährtin ist ausgerechnet die Tochter des Pfarrers, der Jördis für eine Hexe hält. Doch dann verlieben ihre Freundin Inge und sie sich in denselben Mann – und das Unglück nimmt seinen Lauf.

Mein Fazit:

Mit meinem zweiten Lese-Abenteuer von der Autorin Ines Thorn habe ich mich wieder auf die Insel Sylt begeben. Anfang des 18. Jahrhunderts ist das Leben dort hart und für Witwen und Waisen noch einmal härter. Der örtliche Pfarrer ist noch eine Macht und wer einen anderen Glauben hat, wird verteufelt – auch wenn man ein bisschen nachhelfen muss, um der Gemeinde das zu beweisen.

Jördis ist gerade 16 Jahre alt geworden und somit im heiratsfähigen Alter. Der Schmied Arjen schenkt ihr eine Hundewelpe und einen Kuss zum Geburtstag, was alle Welt zeigt, wem sein Herz gehört. Jördis ist überglücklich, doch sie ahnt nicht, wie stark Neid sein kann. Ihre Freundin Inge, die Tochter des örtlichen Pfarrers und nicht gerade mit Schönheit gesegnet, will Arjen ebenso haben und erpresst ihn, damit er die Verlobung zu Jördis löst und sie schließlich heiratet.

In Zeiten, wo eine standesgemäße Heirat das Überleben sichern konnte, war es bestimmt keine Seltenheit gewesen, dass einstige Freundinnen zu Feindinnen wurden. Für Jördis tat es mir dennoch schrecklich Leid, denn sie hatte schon ihre Eltern auf tragische Weise verloren. Niemand sonst trug ihr aufgrund der Geschehnisse die Ehe an, so musste sie für ihre Großmutter allein sorgen. Und dass sie als Hexe gehalten wurde, fand ich einfach nur grausam – aus damaliger Sicht war es jedoch eine natürliche Reaktion. In mancher Hinsicht hat sich der Mensch bis heute nicht verändert.

Mit einer bildhaften Sprache hat die Autorin die dramatischen Geschehnisse um Jördis, Inge und Arjen beschrieben. Ich konnte eintauchen in die raue Welt der Insel, mir in Gedanken den Wind um die Nase wehen lassen und wie Jördis die unruhige See betrachten. Es war spannend von der ersten Seite an und konnte mich mitnehmen. Alle Figuren wurden wunderbar gezeichnet und bekamen Platz für ihre Entwicklung. Das Ende war für mich etwas überraschend und kam auch etwas plötzlich.

Es ist ein wunderbarer historischer Roman, der neugierig macht auf mehr. Begeisterte fünf Sterne und eine klare Lese-Empfehlung.

Anmerkung: Ich habe es als eBook gelesen!

Veröffentlicht am 04.11.18!